Rückenschmerzen – Beschwerden mit weitreichenden Folgen

Frau leidet unter Rückenschmerzen
Rückenschmerzen sind kein Einzelfall. Wenn auch an verschiedenen Stellen des Rückens, leiden die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens ein oder mehrmals an Rückenschmerzen.

Bei ihnen handelt es sich um eine der Volkskrankheiten schlechthin: Eine Überraschung ist es nicht, die Rede ist von Rückenschmerzen. Kaum ein Deutscher bleibt von den Beschwerden verschont. Hauptursache ist unser Alltag, den wir heutzutage überwiegend im Sitzen verbringen. Er fördert die Schmerzen und damit verbundene Begleiterscheinungen.

Doch wie entstehen Rückenschmerzen genau? Und was kann man gegen sie unternehmen?

Rückenschmerzen kommen selten allein

Oftmals steckt hinter den Rückenschmerzen keine allzu ernste Ursache. Dennoch ist es von großer Bedeutung, die Beschwerden rechtzeitig zu behandeln und die entsprechenden Auslöser zu meiden oder zumindest zu verringern.

Dazu ist es nicht nur wichtig, die Rückenschmerzen selbst richtig einzuordnen, sondern auch die Symptome zu erkennen, die in vielen Fällen gemeinsam mit dem Stechen oder Ziehen am Rücken auftreten. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Kopfschmerzen
  • Nackenschmerzen
  • Schmerzen im Bereich der Schultern oder Arme
  • Erschöpfung
  • unruhiger Schlaf
  • Bewegungseinschränkungen des Rückens am Morgen
  • Missempfindungen, wie Kribbeln in den Händen oder Füßen
  • Lähmungserscheinungen

Häufig werden diese Beschwerden allerdings nicht als Begleiterscheinungen von Rückenschmerzen erkannt und stattdessen anderen Erkrankungen oder auch dem Alltagsstress zugeschrieben. Dennoch stehen sie meist in Verbindung mit den Rückenproblemen.

Die Schonhaltung, die Betroffene in der Regel einnehmen, und die Beeinträchtigung der Nerven im Bereich des Rückens können Auswirkungen auf den gesamten Körper haben.

Die Entstehung von Rückenschmerzen

Eine lange Reihe von Ursachen kann für die Entstehung von Rückenschmerzen verantwortlich sein. Um richtig auf die Beschwerden reagieren zu können, ist es daher äußerst wichtig, den genauen Auslöser zu identifizieren. Auch für den Arzt kann das aufgrund der Vielzahl möglicher Ursachen und deren Zusammenhängen untereinander zur Herausforderung werden. Möglich sind unter anderem:

  • Übergewicht
  • falsche Körperhaltung, vor allem am Arbeitsplatz
  • zu wenig Bewegung
  • Verspannungen
  • Überlastung der Rückenmuskulatur
  • Wirbelfehlstellungen
  • Nierenbeckenentzündung oder Nierensteine
  • Hexenschuss
  • Bandscheibenvorfall
  • Osteoporose
  • Arthrose
  • Entzündung der Wirbelsäule
  • Gürtelrose

All diese Faktoren können einzeln oder in Kombination miteinander die Entwicklung von Rückenschmerzen in Gang setzen. Wie sich die Schmerzen genau anfühlen und welche Beschwerden zusätzlich auftreten, hängt dabei ganz entscheidend von der jeweiligen Ursache ab.

Meist stecken verkrampfte Muskeln und/oder Nerven, auf die umliegendes Gewebe Druck ausübt, hinter den Rückenschmerzen. Die dauerhaft gesteigerte Muskelspannung, die im Rücken beispielsweise durch langes Sitzen in derselben Haltung entstehen kann, wird von umliegenden Nerven als Schmerzreiz wahrgenommen und dementsprechend ans Gehirn weitergeleitet. Äußerlich fühlen sich die betroffenen Bereiche spürbar verhärtet an. Daneben können aber auch Nerven heftige Rückenschmerzen auslösen: Werden sie, wie bei einer Wirbelfehlstellung oder einem Bandscheibenvorfall, eingeklemmt, senden sie starke Schmerzsignale aus.

Achtung

Rückenschmerzen können allerdings ebenso auf das Konto von Lungenerkrankungen wie Asthma oder chronischer Bronchitis gehen. Wegen der Lage im Brustraum werden Schmerzen im hinteren Bereich der Lunge häufig als Rückenschmerzen interpretiert.

Rückenschmerzen – was tun?

Leiden Sie – vielleicht sogar schon längere Zeit – unter Rückenschmerzen, sollten Sie nicht zögern und bald zum Arzt gehen. Machen Sie sich vor dem Arztbesuch nicht unnötig Sorgen: In den meisten Fällen steckt keine schwere Erkrankung hinter den Beschwerden. Oftmals ist nicht einmal eine Behandlung im klassischen Sinne notwendig. Regelmäßige Bewegung und ein rückenfreundlicher Arbeitsplatz können dann schon Abhilfe schaffen. Trotzdem ist es unerlässlich, die Ursache der Symptome abzuklären – um die Schmerzen zu lindern und Ihre Lebensqualität wieder voll herzustellen.

Die Untersuchung stützt sich daher nicht nur auf ein ausführliches Patientengespräch, sondern auch auf einige körperliche sowie bildgebende Untersuchungsverfahren. Zur Auswahl stehen dabei (je nach Verdacht):

  • Überprüfung auf Schon- oder Fehlhaltung
  • Untersuchung des Blutbilds (um Entzündungen auf die Spur zu kommen)
  • Untersuchungen des Urins (bei möglichen Nierenerkrankungen)
  • Röntgen
  • Kernspin- oder Computertomografie
  • Elektromyografie (EMG; zur Prüfung der elektrischen Muskelaktivität)
  • Elektroneurografie (ENG; zur Testung der Nervenleitung)

Das anschließende Vorgehen muss sich dann an den Ergebnissen dieser Checks orientieren. So werden Rückenschmerzen infolge einer Nierenbeckenentzündung selbstverständlich anders behandelt als ein Bandscheibenvorfall. Bei der Linderung und Vorbeugung der Rückenprobleme ganz allgemein können sich aber dennoch viele Maßnahmen ähnlich sein. Wichtig sind:

  • ein rückenfreundlicher Arbeitsplatz
  • ausreichend und vor allem regelmäßige Bewegung
  • die Vermeidung von Stress
  • Übungen gegen Rückenschmerzen
  • Entspannung, zum Beispiel durch Yoga, Qigong oder autogenes Training
  • Wärme
  • Massagen

Daneben kann der Arzt Maßnahmen ergreifen, die exakt an der Ursache der Symptome ansetzen. Zum Einsatz kommen dann beispielsweise entzündungshemmende oder schmerzlindernde Medikamente, eine Physiotherapie oder schlimmstenfalls eine Operation – die allerdings wirklich nur dann, wenn alle übrigen Maßnahmen gescheitert sind.