Ausleitende Verfahren wie das Schröpfen, der Aderlass oder eine Blutegeltherapie sollen die gestörten Körpersäfte wieder in Einklang bringen. Die ausgeglichene Verteilung der Körpersäfte wird als Eukrasie, eine Störung als Dyskrasie bezeichnet. Das Schröpfen gehört zu einem der ältesten Therapieverfahren überhaupt.

Bereits Hippokrates beschrieb die Anwendung bei Kopfschmerzen, akuten und chronischen Gelenkentzündungen und Rückenschmerzen. In der tibetanischen, chinesischen, indischen, arabischen und persischen Medizin ist das Schröpfen weit verbreitet. Man unterscheidet zwischen der blutigen und der trocknen, feurigen Variante.

Zwischen der Haut, dem Bindegewebe, den Knochen-Sehnen-Strukturen und den inneren Organen bestehen reflektorische Verbindungen. Beim Schröpfen werden Leitungsbahnen gereizt und aktiviert. Der Körper reagiert darauf mit einer Freisetzung von Botenstoffen, die schmerzlindernd und antientzündlich wirken.

In einer iranischen Studie wurde belegt, dass durch einmaliges Schröpfen nach traditioneller Technik eine deutliche Besserung schwerer und chronischer Rückenschmerzen erreicht werden kann.

Trockenes Schröpfen


Beim trockenen Schröpfen wird ein Schröpfglas aus Glas oder Kunststoff auf die Haut gebracht. Das notwendige Vakuum wird mit Hilfe eines Gummiballs oder einer Vakuumpumpe erzeugt. Üblich ist auch, dass das Innere des Glases mit einer brennenden alkoholgetränkten Kompresse oder ähnlichem erhitzt wird. Die sich anschließend abkühlende Luft im Inneren des Glases zieht sich zusammen und erzeugt ein Vakuum. Die Stelle, an der die Schröpfgläser angelegt werden, orientiert sich an denen von der Akupunktur bekannten Leitungsbahnen, den Meridianen.

Blutiges Schröpfen


Beim blutigen Schröpfen wird die Haut vor der Anwendung gestichelt, damit beim Schröpfen Blut austreten kann. Die Schröpfköpfe werden nach zehn bis fünfzehn Minuten entfernt.

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Allgemeine Informationen über die Schröpftechnik


Beim Schröpfen kommt es zu gewollten Schmerzreizen. Der Körper setzt eigene Opiate, die sogenannten Endorphine, frei. Diese Botenstoffe wirken schmerzlindernd und muskelentspannend. Für Schwangere, Patienten mit Blutgerinnungsstörungen oder solche, die Gerinnungshemmer einnehmen, ist das Schröpfen nicht geeignet. Lassen Sie sich von einem Heilpraktiker oder Arzt für Naturheilverfahren beraten.

Eine Alternative zum Schröpfen ist das Anlegen von Blutegeln. Diese geben beim Saugvorgang einen heparinähnlichen Stoff in das Blut ab und verdünnen es.

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