Osteoporose – wenn die Knochen schwinden

November 12, 2018

8 Min.

Osteoporose ist in der Bevölkerung auch unter dem Ausdruck „Knochenschwund“ geläufig. Eigentlich kommt der Begriff aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich „Knochen-Durchlässigkeit“ oder „Knochen-Porosität“, was die Krankheit gut beschreibt. Charakteristisch sind vor allem Knochenbrüche, Bewegungseinschränkungen sowie Schmerzen. Zur Vorbeugung und Behandlung der Osteoporose spielt die Ernährung eine essenzielle Rolle.

Was ist Osteoporose?

Frau bekommt vom Arzt eine Erklärung zu ihrer Osteoporose

Doch was ist Osteoporose eigentlich genau? Bei der chronischen Erkrankung Osteoporose nimmt die Substanz im Knocheninneren ab. Die Knochen sind so aufgebaut, dass sie im Normalfall neben einer Festigkeit und Stabilität auch gleichzeitig eine Flexibilität und Beweglichkeit aufweisen. Wenn die Knochen jedoch ihre Dichte verlieren und porös werden, führt das vermehrt zu Knochenbrüchen.

Charakteristisch ist außerdem, dass alle Knochen im Körper gleich betroffen sind. Das heißt, Osteoporose ist nicht lokal beschränkt, sondern hat Auswirkungen auf das komplette Knochengerüst. Deshalb zählt sie auch zu den „systemischen Skeletterkrankungen“. Das erhöhte Risiko von Brüchen hat Auswirkungen auf die Mobilität und die Lebensqualität.

Unterschiedliche Formen von Osteoporose

Unter Osteoporose leiden etwa zehn Prozent der Weltbevölkerung, wobei in Deutschland jede dritte Frau und jeder fünfte Mann davon betroffen sind.1 Es gibt zwei verschiedene Arten:

  • primäre Osteoporose
  • sekundäre Osteoporose

Zur primären Osteoporose zählen die Formen, die nach der Menopause (postmenopausale Osteoporose) oder im Alter ab 70 Jahren (Altersosteoporose) auftreten.2 Die sekundäre Osteoporose hingegen erscheint als Folge von anderen, bereits bestehenden Erkrankungen. Das können zum Beispiel sein:

  • hormonell bedingte Krankheiten
  • Nierenerkrankungen, Dialyse-Patienten
  • Fehlernährung, Erkrankung des Verdauungssystems (zum Beispiel Alkoholismus, chronische Darmentzündungen, Leber- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen)
  • Tumor-, Blut- und Knochenmarkserkrankungen
  • Organtransplantationen
  • entzündliche Rheumaerkrankungen
  • Medikamenteneinnahme (wie Kortison, Antiepileptika und Heparinspritzen über längere Zeit)

Es ist wichtig zu wissen, woher die Osteoporose stammt, damit die Behandlung gezielt stattfinden kann. Auf alle Fälle muss ein Arzt die Diagnose stellen und weitere medizinische Schritte einleiten. Die Ernährung zählt bei der Osteoporose zu den wichtigsten Faktoren.

Welche Symptome sind bei Osteoporose typisch?

Besonders in der anfänglichen Phase sind die Beschwerden nicht immer eindeutig einer Osteoporose zuzuordnen. Je fortgeschrittener die Krankheit ist, desto ausgeprägter sind die Symtpome jedoch. Dazu gehören meist:

  • Bewegungseinschränkungen
  • Schmerzen im Rücken oder Knie
  • Zahnausfall
  • Knochenbrüche

Besonders häufig brechen bei Osteoporose-Patienten der Oberschenkelhals, Ober- beziehungsweise Unterarm sowie Wirbel und das teilweise ohne äußerliche Einwirkung. Ebenso charakteristisch ist die Verringerung der Körpergröße und eine veränderte Körperhaltung.

Osteporose: Wie sieht die Behandlung aus?

Die Behandlung einer Osteoporose hängt von ihrer tatsächlichen Ursache ab. Bei einer sekundären Form zielt der Mediziner eine Therapie der zugrundeliegenden Erkrankung an. Für beide Osteoporose-Arten ist jedoch die Basistherapie mit Kalzium, Vitamin D aber auch Vitamin K2 fundamental.

Kalzium als Bestandteil für gesunde Knochen

Neben den Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der Zuckerkrankheit (Diabetes) zählt auch die Osteoporose in den letzten Jahrzehnten als Volkskrankheit. Das Gute ist allerdings, dass durch eine gezielte und ausgewogene Ernährung der Knochenschwund positiv beeinflusst werden kann.

Das wesentliche Mineral zur Behandlung und Vorsorge der Osteoporose heißt Kalzium. Ein Erwachsener hat über ein Kilogramm Kalzium im Körper, wovon sich 99 Prozent im Skelett befinden.4 Es ist also unabdingbar für die Knochen, dass genug des Minerals im Körper lagert. Die Aufnahme erfolgt vor allem über Lebensmittel.

Kalzium ist in der Natur reichlich vertreten, zum Beispiel als Kalkstein, Gipsstein und Marmor. Dieses natürliche Vorkommen gelangt so in viele tierische und pflanzliche Nahrungsmittel. Der optimale Wert für den täglichen Bedarf pendelt zwischen 600 und 1000 Milligramm, wobei er während der Schwangerschaft, Stillzeit und Jugend mit 1500 Milligramm höher liegt.5 Die Knochen dienen als Speicher für das Kalzium und geben es an den ganzen Körper ab. Wenn es in zu geringen Mengen durch die Nahrung aufgenommen wird, dann müssen die Vorräte in den Knochen herhalten. Dies führt jedoch zu einer Schwächung der Knochen, was die Entstehung einer Osteoporose begünstigen kann.

Vitamin K2 & D: Wichtige Bestandteile der Osteoporose Behandlung

Nicht nur die Versorgung mit Kalzium ist wichtig: Einer Osteoporose sollten Sie auch mit Vitamin K2 begegnen. Das eher unbekannte Vitamin aktiviert das Protein Osteocalcin, das von Vitamin D (besonders Vitamin D3) gebildet wird. Osteocalcin ist wiederum für den Transport des Kalziums in die Knochen und Zähne zuständig. Dabei schlägt es zwei Fliegen mit einer Klappe: Es ist nicht nur unerlässlich für die Vorbeugung und Behandlung von Osteoporose, das Vitamin K2 schützt durch seine Funktion gleichzeitig die Blutgefäße vor einer Verkalkung (Arteriosklerose).

Die richtige Ernährung kann Osteoporose vorbeugen

Eine kalziumreiche Ernährung zählt bei der Osteoporose zu den bedeutendsten Faktoren. Über den Dünndarm nimmt der Körper das Kalzium aus der Nahrung auf. Es gibt eine Vielzahl an Lebensmitteln, die einen hohen Wert des Minerals besitzen. Eine Auswahl an Grundnahrungsmitteln mit hohem Gehalt:6

LebensmittelKalziumgehalt (mg) pro 100 g
Mohn1460
Parmesan, 37 Prozent Fett1107
Appenzeller Käse, 20 Prozent Fett1090
Sesam783
Ölsardine330
Hagebutten257
Mandeln252
Gartenkresse214
Grünkohl212
Hühnereigelb140
Ziegenmilch127
Vollmilch, 3,5 Prozent Fett120
Weißbrot58

Besonders viel Kalzium besitzen Milchprodukte. Nachdem dieses Mineral regelmäßig konsumiert werden sollte, ist vor allem bei längeren Diäten und Fasten darauf zu achten, einen Kalziummangel (Hypokalzämie) zu vermeiden.


Was machen bei einer Laktoseintoleranz?

Da der beste Kalziumlieferant aus Milchprodukten besteht, ist es besonders für Menschen mit einer Laktoseunverträglichkeit schwierig, genügend zu sich zu nehmen. Abhilfe ist durch Hartkäse möglich, da dieser kaum noch die unverträgliche Laktose enthält. Das Zurückgreifen auf laktosefreie Molkereiprodukte kann ebenfalls eine gute Lösung sein. Außerdem können kalziumreiche Mineralwässer und Lebensmittel wie Mandeln oder Sesam ihr Übriges dazu beitragen.

Mineralwasser als Kalziumlieferant

Nicht nur Menschen mit einer Laktoseintoleranz, sondern auch Veganer haben teilweise Probleme damit, genügend Kalzium über die Nahrung aufzunehmen. Eine gute Alternative bietet kalziumreiches Mineralwasser. Einige spezielle Sorten enthalten viel Kalzium sowie Magnesium und sind von jedem verträglich. Neben einer guten Ernährung, um Osteoporose vorzubeugen oder zu therapieren, stellt Wasser eine zusätzliche Hilfe dar. Eine ausreichende Kalziumversorgung, sei es durch Essen oder Trinken, ist definitiv ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Zudem lässt es sich gut in den Alltag integrieren.

Melissa Minnameier
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Medizinredakteurin
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