Osteoporose – wenn die Knochen schwinden

Osteoporose ist in der Bevölkerung auch unter dem Ausdruck „Knochenschwund“ geläufig. Eigentlich kommt der Begriff aus dem griechischen und bedeutet wörtlich „Knochen-Durchlässigkeit“ oder „Knochen-Porosität“, was die Krankheit gut beschreibt. Zur Vorbeugung und Linderung der Osteoporose trägt die Ernährung einen essentiellen Bestandteil bei. Aus diesem Grund folgen hier die wichtigsten Tipps, wie Sie die richtigen Nahrungsmittel gezielt einsetzt.

Was ist Osteoporose?

Frau bekommt vom Arzt eine Erklärung zu ihrer Osteoporose

Doch was ist Osteoporose eigentlich genau? Bei der chronischen Erkrankung Osteoporose nimmt die Substanz im Knocheninneren ab. Die Knochen sind so aufgebaut, dass sie im Normalfall neben einer Festigkeit und Stabilität auch gleichzeitig eine Flexibilität und Beweglichkeit aufweisen. Wenn die Knochen jedoch ihre Dichte verlieren und porös werden, führt das vermehrt zu Knochenbrüchen.

Charakteristisch ist außerdem, dass alle Knochen im Körper gleich betroffen sind. Das heißt, Osteoporose ist nicht lokal beschränkt, sondern hat Auswirkungen auf das komplette Knochengerüst. Deshalb zählt sie auch zu den „systemischen Skeletterkrankungen“. Das erhöhte Risiko von Knochenbrüchen hat Auswirkungen auf die Mobilität und die Lebensqualität.

Unter Osteoporose leiden etwa zehn Prozent der Weltbevölkerung, wobei in Deutschland jede dritte Frau und jeder fünfte Mann davon betroffen sind. Es gibt zwei verschiedene Arten:

  • primäre Osteoporosen
  • sekundäre Osteoporosen

Zur primären Osteoporose zählen die Formen, die nach der Menopause (postmenopausale Osteoporose) oder im Alter ab 70 Jahren (Altersosteoporose) auftreten. Die sekundäre Osteoporose hingegen erscheint als Folge von anderen, bereits bestehenden Erkrankungen. Das können zum Beispiel sein:

  • hormonell bedingte Krankheiten
  • Nierenerkrankungen, Dialyse-Patienten
  • Fehlernährung, Erkrankung des Verdauungssystems (z.B. Alkoholismus, chronische Darmentzündungen, Leber- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen)
  • Tumor-, Blut- und Knochenmarkserkrankungen
  • Organtransplantationen
  • entzündliche Rheumaerkrankungen
  • Medikamenteneinnahme (zum Beispiel durch Kortison, Antiepileptika und Heparinspritzen über längere Zeit)

Es ist wichtig zu wissen, woher die Osteoporose stammt, damit die Behandlung gezielt stattfinden kann. Auf alle Fälle muss ein Arzt die Diagnose stellen und weitere medizinische Schritte einleiten. Die Ernährung zählt bei der Osteoporose zu den wichtigsten Faktoren.

Kalzium als wichtiger Bestandteil für gesunde Knochen

Neben den Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der Zuckerkrankheit (Diabetes) zählt auch die Osteoporose in den letzten Jahrzehnten als Volkskrankheit. Das Gute ist allerdings, dass durch eine gezielte und ausgewogene Ernährung die Osteoporose positiv beeinflusst werden kann.

Das wichtigste Mineral zur Behandlung und Vorsorge der Osteoporose heißt Kalzium. Ein Erwachsener hat über ein Kilogramm Kalzium im Körper, wovon sich 99 Prozent im Skelett befinden. Es ist also unabdingbar für die Knochen, dass genug des Minerals im Körper lagert. Die Aufnahme erfolgt vor allem über Lebensmittel.

Kalzium ist in der Natur reichlich vertreten, zum Beispiel als Kalkstein, Gips und Marmor. Dieses natürliche Vorkommen gelangt so in viele tierische und pflanzliche Nahrungsmittel. Der optimale Wert für den täglichen Kalziumbedarf pendelt zwischen 600 und 1000 Milligramm, wobei er während der Schwangerschaft, Stillzeit und Jugend mit 1500 Milligramm höher liegt. Die Knochen dienen als Speicher für das Kalzium und geben es an den ganzen Körper ab. Wenn Kalzium in zu geringen Mengen durch die Nahrung aufgenommen wird, dann müssen die Vorräte in den Knochen herhalten. Dies führt jedoch zu einer Schwächung der Knochen, was wiederum zu Osteoporose führt.

Das richtige Essen beugt Osteoporose vor

Über den Dünndarm nimmt der Körper das Kalzium aus der Nahrung auf. Es gibt eine Vielzahl an Lebensmitteln, die einen hohen Wert an Kalzium besitzen.
Eine Auswahl an Grundnahrungsmitteln mit hohem Kalziumgehalt :

LebensmittelKalziumgehalt (mg) pro 100 g
Mohn1460
Parmesan, 37 Prozent Fett1107
Appenzeller Käse, 20 Prozent Fett1090
Sesam783
Ölsardine330
Hagebutten257
Mandeln252
Gartenkresse214
Grünkohl212
Hühnereigelb140
Ziegenmilch127
Vollmilch, 3,5 Prozent Fett120
Weißbrot58

Die Kalziumaufnahme über die Ernährung ist unproblematisch und günstiger als über Nahrungsergänzungsmittel. Milchprodukte besitzen besonders viel Kalzium. Nachdem dieses Mineral regelmäßig konsumiert werden sollte, ist vor allem bei längeren Diäten und Fasten darauf zu achten, einen Kalziummangel (Hypokalzämie) zu vermeiden.

Was machen bei einer Laktoseintoleranz?

Da der beste Kalziumlieferant aus Milchprodukten besteht, ist es besonders für Menschen mit einer Laktoseintoleranz oder Laktoseunverträglichkeit schwierig, genügend Kalzium zu sich zu nehmen. Abhilfe ist durch Hartkäse möglich, da dieser kaum noch die unverträgliche Laktose enthält. Das Zurückgreifen auf laktosefreie Molkereiprodukte kann ebenfalls eine gute Lösung sein. Außerdem können kalziumreiche Mineralwässer und andere kalziumhaltige Lebensmittel wie Mandeln oder Sesam ihr Übriges dazu beitragen.

Mineralwasser als Kalziumlieferant

Nicht nur Menschen mit einer Laktoseintoleranz, sondern auch Veganer haben teilweise Probleme damit, genügend Kalzium über die Nahrung aufzunehmen. Eine gute Alternative bietet kalziumreiches Mineralwasser. Einige spezielle Sorten enthalten viel Kalzium sowie Magnesium und sind von jedem verträglich. Neben einer guten Ernährung, um Osteoporose vorzubeugen oder zu verbessern, stellt Wasser eine zusätzliche Hilfe dar. Eine ausreichende Kalziumversorgung, sei es durch Essen oder Trinken, ist definitiv ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Zudem lässt es sich gut in den Alltag integrieren.

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1Bartl, Reiner: Osteoporose – Prävention, Diagnostik, Therapie. 4. Auflage. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG 2011. S. V.
2Brückle, Wolfgang: Osteoporose – Stabil durchs Leben. Stuttgart: Trias Verlag in MVS 2014. S. 12.
3Bartl, Reiner: Osteoporose – Prävention, Diagnostik, Therapie. 4. Auflage. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG 2011. S. 52-58.
4Brückle, Wolfgang: Osteoporose – Stabil durchs Leben. Stuttgart: Trias Verlag in MVS 2014. S. 43.
5Brückle, Wolfgang: Osteoporose – Stabil durchs Leben. Stuttgart: Trias Verlag in MVS 2014. S. 45-47.