Häufige Fragen zum Thema akute Rückenschmerzen 

Was sind akute Rückenschmerzen?

Mediziner verstehen darunter Beschwerden im oberen, mittleren oder unteren Rücken, die zum ersten Mal oder nach sechs beschwerdefreien Monaten auftreten und nicht länger als sechs Wochen anhalten.1 Sie entstehen beispielsweise durch einseitige Belastungen des Rückens, zu wenig Bewegung oder zu viel Stress im Alltag.

Was ist der Unterschied zwischen spezifischen und unspezifischen Rückenschmerzen?

Bei unspezifischen Rückenschmerzen ist die Ursache der Rückenschmerzen nicht klar.Spezifische Rückenschmerzen haben hingegen (meist) eine konkrete Ursache, die auch entsprechend behandelt werden kann.

Was tun gegen akute Rückenschmerzen?

Um akute Rückenschmerzen zu lindern, hilft es zum Beispiel, (vorsichtig) in Bewegung zu bleiben und Schonhaltungen zu vermeiden. Außerdem können Sie mit Wärmebehandlungen, Stufenlagerung oder leichten Schmerzmitteln gegen die Symptome akuter Rückenschmerzen vorgehen. Bei regelmäßigen und wiederkehrenden Schmerzen sprechen Sie mit Ihrem Allgemeinarzt.

Wie können Sie akuten Rückenschmerzen vorbeugen?

Zur Vorbeugung sollten Sie häufigen Auslösern von akuten Rückenschmerzen (zum Beispiel Haltungsfehler, einseitige Belastung, Bewegungsmangel) im Alltag entgegenwirken. Versuchen Sie, so gut es geht, Stress zu vermeiden und legen Sie im Büroalltag Bewegungspausen ein. Auch regelmäßige Entspannungsübungen können die Beschwerden lindern.

Was tun gegen akute Rückenschmerzen?


Bei akuten (und unspezifischen) Rückenschmerzen ist in den meisten Fällen keine unmittelbare ärztliche Therapie nötig. Wenn Sie jedoch über einen längeren Zeitraum mit den Beschwerden zu kämpfen haben oder sich unsicher sind, woher die Schmerzen kommen, sollten Sie einen Arzt konsultieren.  

Die folgenden Tipps unterstützen dabei, akute und unspezifische Rückenschmerzen zu lindern:  

  • Tipp 1: Vermeiden Sie es, sich übermäßig zu schonen (etwa mit Bettruhe) und bleiben Sie stattdessen in Bewegung. Betroffene mit akuten Rückenschmerzen wollen oftmals bestimmte Bewegungen umgehen und geraten in eine Schonhaltung, die wiederum andere Muskeln überlastet. Dies führt dann zu weiteren und stärkeren Verspannungen, die wiederum erneute Schmerzen zur Folge haben können. Um diesem Prozess entgegenzuwirken, helfen leichte Körper- und Entspannungsübungen (etwa autogenes Training) oder Spaziergänge. Abrupte oder ruckartige Bewegungen sollten Sie hingegen vermeiden. 
  • Tipp 2: Wärme hilft Verspannungen in der Muskulatur zu lösen und akute Schmerzen im Rücken zu lindern. Zu den verschiedenen Hilfsmitteln die Sie nutzen können gehören warme KleidungWärmflaschenWärmepflaster und Heizkissen oder -decken. Ebenso kann eine warme Dusche oder ein heißes Bad sehr wohltuend und schmerzlindernd wirken. 
  • Tipp 3: In sehr vielen Fällen fokussieren sich akute Rückenschmerzen auf den Bereich der Lendenwirbelsäule beziehungsweise des unteren Rückens (zum Beispiel als Hexenschuss). Um hier Entspannung zu erreichen, hilft die Stufenlagerung. Legen Sie sich dazu flach auf den Rücken (idealerweise auf einen Teppich), die Arme sind ausgestreckt neben dem Oberkörper und Ihre Füße befinden sich leicht erhöht auf einem Stuhl. Zwischen Ober- und Unterschenkeln sollte dabei etwa ein rechter Winkel entstehen. Auf diese Weise wird die Wirbelsäule entlastet und die Muskulatur entspannt sich. 
Illustration zu Stufenlagerung bei akuten Rückenschmerzen.
  • Tipp 4: Möchten Sie die Schmerzen schnell loswerden, besteht ebenso die Möglichkeit, leichte Schmerzmittel wie Diclofenac oder Ibuprofen einzunehmen. Sobald die Schmerzen nachgelassen haben, löst sich in vielen Fällen auch die Verspannung und die akuten Rückenschmerzen können gelindert werden. Hierbei handelt es sich jedoch um keine Dauerlösung.

Allgemein lässt sich sagen: Vom Schmerz sollten Sie sich nicht leiten lassen. Übernehmen Sie vielmehr selbst das Kommando über Ihren Körper und gehen Sie proaktiv gegen die Rückenschmerzen vor. Bei starken und ständig wiederkehrenden Schmerzen sprechen Sie am besten umgehend mit Ihrem Allgemeinarzt. 

Was sind akute Rückenschmerzen?


Unser Rücken ist ein komplexes System. Er besteht nicht nur aus Wirbelsäule, Wirbeln, Bandscheiben und Rückenmark, sondern auch aus einer Vielzahl anderer Bestandteile. Dazu zählen: Muskeln, Sehnen, Bänder, Faszien und Nerven

Die Bewegungsabläufe des Rückens erfordern das perfekte Zusammenspiel all jener Komponenten. Manchmal ist dieses jedoch gestört, da beispielsweise:  

  • der Rücken nur einseitig belastet wird  
  • zu wenig Bewegung im Alltag besteht 
  • keine optimalen Bewegungsabläufe ausgeführt werden 
  • das Stresslevel zu hoch ist 

Schnell entstehen so beispielsweise Verspannungen, verkürzte Muskeln oder auch psychosomatische Schmerzen. Akute Rückenschmerzen können jeweils im oberen, mittleren oder unteren Rücken auftreten und darüber hinaus zu Symptomen wie Ziehen in Gesäß oder Beinen, Taubheitsgefühlen oder einem Druckgefühl entlang der Wirbelsäule führen. 

Grundsätzlich ist von akuten Rückenschmerzen die Rede, wenn sie zum ersten Mal oder nach mindestens sechs Monaten ohne Beschwerden auftreten und für nicht mehr als sechs Wochen anhalten.1 Bei einem längeren Zeitraum sprechen Mediziner von chronischen Rückenschmerzen.  

Experteninterview mit Sebastian Kästle

Heilpraktiker und Osteopath in München

Experteninterview mit Sebastian Kästle Bild von Sebastian Kästle

Wie häufig kommen Patienten mit Rückenbeschwerden in Ihre Praxis?

„Durch langes Sitzen bei der Büroarbeit und im Homeoffice kommt inzwischen schon fast jeder zweite Patient mit Rückenbeschwerden in meine Praxis oder mit Symptomen, die ihren Ursprung im Bereich der Wirbelsäule haben. Gleichzeitig beobachte ich, dass leider nur wenige Patienten Zeit und Motivation für Ausgleichsbewegung aufwenden können oder wollen.“

Auf welche homöopathischen Wirkstoffe setzen Sie bei der Behandlung?

„Neben einem ganzheitlich osteopathischen Behandlungsansatz verordne ich unterstützend häufig ein homöopathisches Komplexmittel. Es enthält einen einzigartigen, nachhaltigen Wirkkomplex aus 6 Mineralstoffen (Kieselsäure, Zink, Eisen(III)-phosphat und ein wertvolles Calcium-Trio). Insbesondere die darin enthaltene Kieselsäure (Acidum Silicium) und das Kalziumfluorid (Calcium fluoratum) wirken positiv auf das Fasziengewebe, das bei Schmerzzuständen oft stark verklebt ist.“

Unspezifischer oder spezifischer Rückenschmerz?


Jegliche Beschwerden im Rücken — also auch akute Rückenschmerzen — werden von Experten entweder in unspezifische oder spezifische Schmerzen unterteilt. Dabei werden etwa 85 bis 90 Prozent der Rückenschmerzen der unspezifischen Kategorie zugeordnet.2 Dieser Art von Rückenschmerzen liegt keine eindeutige Ursache zugrunde. 

Das bedeutet aber nicht, dass die Schmerzen schwächer sind oder weniger wichtig genommen werden sollten. Meist wird vermutet, dass die plötzlich einsetzenden Beschwerden auf eine muskuläre Verspannung oder Probleme mit Bändern und Sehnen zurückgehen. Grundsätzlich sind sie von begrenzter Dauer und verschwinden in der Regel von selbst wieder.  

Im Gegensatz dazu werden Rückenschmerzen, die beispielsweise aufgrund einer Erkrankung oder Verformung der Wirbelsäule beziehungsweise der Wirbel entstehen, als spezifisch bezeichnet. Die zugrundeliegende Ursache ist hier also in der Regel bekannt und kann dementsprechend behandelt werden. Mögliche Ursachen von spezifischen Rückenschmerzen sind zum Beispiel: 

  • Degeneration der Bandscheiben oder Wirbelgelenke 
  • Bandscheibenvorfall 
  • Wirbelbruch 
  • Infektion der Wirbelkörper (Spondylitis) 
  • Tumoren in der Wirbelsäule 
  • Gleitwirbel (unnatürliche Beweglichkeit eines Wirbels) 
  • Wirbelblockade 

Zur Feststellung von Verformungen oder Veränderungen der Wirbelsäule können etwa erste Gespräche zur Krankengeschichte (Anamnese), Tastuntersuchungen oder bildgebende Verfahren (wie Röntgen, Computer- oder Magnetresonanztomographie) eingesetzt werden. Aber auch andere Diagnosemöglichkeiten — wie neurologische Untersuchungen — bieten Rückschlüsse auf die Ursache der Rückenbeschwerden. 

Für die Therapie von spezifischen Ursachen ist es nötig, direkt bei der ursächlichen Erkrankung anzusetzen, denn im Gegensatz zu unspezifischen Rückenschmerzen verschwinden diese nicht von selbst. 

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Was tun bei akuten Rückenschmerzen?
Von Massage bis Faszientraining – ein Experte gibt Tipps, welche Maßnahmen bei akuten Rückenschmerzen helfen können. Hier den Podcast anhören.

Akuten Rückenschmerzen vorbeugen


Zu Muskelverspannungen und damit zu akuten Rückenschmerzen führen beispielsweise Haltungsfehler, einseitige Belastungen, Bewegungsmangel und Übergewicht. Versuchen Sie gegen jene Aspekte im Alltag so gut es geht vorzugehen, um den Beschwerden vorzubeugen.  

Die folgende Bildergalerie veranschaulicht, wie Sie in alltäglichen Bewegungsabläufen ganz einfach Ihren Rücken schonen und entlasten: 

Getränkekisten heben: So nicht!

Getränkekisten heben: So nicht!

Heben oder tragen Sie schwere Gegenstände nicht mit gekrümmten, nach vorne gebeugtem Oberkörper. Denn dadurch beanspruchen Sie unnötig Ihre Wirbelsäule. Durch hektische oder ruckartige Bewegungen besteht zudem die Gefahr eines Hexenschusses oder Bandscheibenvorfalls.

Getränkekisten heben: So geht’s!

Getränkekisten heben: So geht’s!

Gehen Sie zunächst in die Hocke und greifen Sie die Last mit beiden Händen nah am Körper. Der Rücken ist in gerader Haltung, den Po können Sie leicht nach hinten schieben. Spannen Sie Rücken-und Bauchmuskulatur an, um die Wirbelsäule zu stabilisieren und stehen Sie langsam auf. Die Kraft sollte dabei aus den Beinen kommen.

Staubsaugen: So nicht!

Staubsaugen: So nicht!

Viele Menschen beugen den Oberkörper beim Staubsaugen zu weit nach vorne. Dadurch wird jedoch der untere Rücken zu stark belastet.

Staubsaugen: So geht’s…

Staubsaugen: So geht’s…

Die meisten Staubsaugerrohre sind mittlerweile höhenverstellbar. Verändern Sie die Länge am besten so, dass das Führen des Saugers mit geradem Rücken in aufrechter Position möglich ist.

… oder so!

… oder so!

Wer auch in die hintersten Ecken mit dem Staubsauger kommen möchte, sollte sich mit einem Bein auf den Boden knien und das andere angewinkelt aufstellen. So können Sie Ihren Rücken in dieser Extremposition etwas entlasten.

  Spülmaschine ausräumen: So nicht!

Spülmaschine ausräumen: So nicht!

Sich mühsam zu verrenken, um an das hinterste Geschirr zu gelangen, ist keine gute Idee, da die Rückenmuskeln dadurch schnell ermüden. Ziehen Sie das Geschirrfach besser so weit wie möglich heraus.

Spülmaschine ausräumen: So geht’s!

Spülmaschine ausräumen: So geht’s!

Noch rückenschonender räumen Sie die Spülmaschine aus, wenn Sie sich mit einem Bein auf den Boden knien. Das andere stellen Sie angewinkelt auf, die Fußspitze zeigt dabei nach vorne. Beugen Sie sich aus der Hüfte heraus und versuchen Sie den Rücken gerade zu halten.

Auch eineüberwiegend sitzende Tätigkeit — ohne entsprechenden Ausgleich — kann ebenso schädlich sein wie das Heben oder Tragen von schweren Lasten mit gebeugtem Rücken. In sogenannten Rückenschulen erlernt man etwa, wie man richtig und rückenschonend hebt. Auch im Berufsalltag kann der Rücken entlastet werden, indem man beispielsweise  

  • in Pausen gezielte Übungen macht,  
  • zwischendurch immer wieder aufsteht,  
  • Treppen läuft, anstatt den Fahrstuhl zu nehmen und  
  • die Kollegen am Schreibtisch aufsucht, anstatt zum Telefon zu greifen. 

Tipps im Video: Arbeitsplatz rückenschonend einrichten 

Auch Stress und seelische Belastungen, beispielsweise durch familiäre oder berufliche Probleme, führen zur inneren Anspannung und können akute Rückenschmerzen begünstigen. Da Stress den Organismus in ständige Alarmbereitschaft versetzt, spüren wir dies auch körperlich: Durch die Verspannung der Muskulatur. Einen besseren Umgang mit Stress können Sie zum Beispiel in einem Entspannungskurs oder durch psychologisches Training erlernen. 

Darüber hinaus gehen Experten davon aus, dass die Beschwerden sowohl durch körperliche als auch aufgrund psychosozialer — also die Psyche und das soziale Umfeld betreffende — Faktoren entstehen. Aus diesem Grund ist es wichtig, alle Auslöser zu behandeln. Dieser Ansatz heißt daher auch multimodale Therapie. Arbeitet der Patient (gemeinsam mit dem Arzt) an seinen individuellen Auslösern, kann er verhindern, dass die Rückenschmerzen wiederkehren und womöglich chronisch werden. 

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Jan Zimmermann Egal ob Video, Foto oder Text – Hauptsache die Kreativität kommt nicht zu kurz. Noch während seines Masterstudiums der Medienwissenschaften und der Arbeit als Multimedia Content Creator in München, entwickelte Jan Zimmermann eine Passion für das Schreiben. Seit 2018 lebt er diese als Medizinredakteur bei kanyo® aus. Jan Zimmermann Medizinredakteur und Medienwissenschaftler kanyo® mehr erfahren
Quellen anzeigen
  • 1Ärzteblatt.de: Akuter lumbaler Rückenschmerz. Diagnostik, Differenzialdiagnostik und Therapie. URL: https://www.aerzteblatt.de/archiv/175568/Akuter-lumbaler-Rueckenschmerz (23.11.2021).
  • 2Ärzteblatt.de: MEDIZINREPORT. Rückenschmerzen: Der größte Teil ist myofaszial bedingt. URL: https://www.aerzteblatt.de/archiv/61058/Rueckenschmerzen-Der-groesste-Teil-ist-myofaszial-bedingt (23.11.2021).