Wirbelblockade: Wenn Rückenwirbel blockiert sind

März 14, 2017

7 Min.

Ihr Rücken schmerzt? Sie können sich nur noch eingeschränkt bewegen? Sollten Sie diese Beschwerden bei sich feststellen, könnte eine Wirbelblockade dahinterstecken. In der Regel ist ein leicht verschobener Wirbel die Ursache. Doch weshalb kommt es dazu? Und was können Betroffene dagegen tun?

Was ist eine Wirbelblockade?

Die Wirbelsäule hält Kopf und Körper aufrecht und ermöglicht gleichzeitig umfangreiche Bewegungen. Sie ist aufgebaut aus einzelnen Wirbeln, die durch Sehnen, Bänder, Muskeln und Knorpel an ihrem Platz gehalten werden. Durch bestimmte Faktoren, wie eine Fehlbelastung, können sogenannte Wirbelblockaden entstehen.

Bei einer Wirbelblockade sind ein einzelner oder mehrere Rückenwirbel verschoben oder in ihrer Bewegung eingeschränkt – sie sind „blockiert“. Häufig ist in dem Fall auch von einer Bewegungssperre oder -blockade die Rede. Das kann prinzipiell verschiedene Bereiche der Wirbelsäule betreffen, also die Halswirbelsäule (HWS), die Brustwirbelsäule (BWS) und die Lendenwirbelsäle (LWS). Eine Wirbelblockade ist oft sehr schmerzhaft, kann jedoch behandelt werden.

Symptome einer Wirbelblockade

Stechende Rückenschmerzen oder eine starke Bewegungseinschränkung sind typisch für eine Wirbelblockade. Denn durch den blockierten beziehungsweise verschobenen Wirbel ist das Zusammenspiel der einzelnen knöchernen Elemente nicht mehr einwandfrei möglich.

Je nachdem, in welchem Teil des Rückens ein Wirbel blockiert ist, können sich die Symptome unterschiedlich äußern:

  • Liegt die Wirbelblockade im Bereich der Halswirbelsäule (HWS), sind Nacken- und Schulterschmerzen typisch. Auch Kopfschmerzen sowie ein steifer Nacken können auftreten.
  • Verspüren Betroffene Schmerzen beim Atmen oder haben gar Atemprobleme, ist in der Regel die Brustwirbelsäule (BWS) betroffen.
  • Bei einer Wirbelblockade in der Region der Lendenwirbelsäule (LWS) ist es möglich, dass die Schmerzen bis in die Beine ausstrahlen. Zudem können auch Verdauungsprobleme auftreten, wenn bestimmte Nerven durch die Blockade gereizt werden.

Aufgrund der Beschwerden gehen Betroffene einer Wirbelblockade oft in eine Schonhaltung über. Zwar bringt dies kurzfristig durchaus Erleichterung, allerdings kann eine solche Schonhaltung auf längere Zeit zu Muskelverspannungen und dadurch bedingten Schmerzen führen. Daher sollten Betroffene rechtzeitig einen Arzt aufsuchen, um die geeignete Behandlung einzuleiten.

Und plötzlich Schmerz – Ursachen einer Wirbelblockade

Die Ursachen einer Wirbelblockade sind sehr unterschiedlich. Prinzipiell umfassen sie alle Situationen und Voraussetzungen, aufgrund derer sich ein Rückenwirbel verschieben oder blockieren kann, wie zum Beispiel:

  • schwache Rückenmuskulatur, vorrangig bedingt durch Bewegungsmangel im Alltag
  • Unfälle, beispielsweise mit einem Schleudertrauma als Folge
  • einseitige oder fehlerhafte Belastung der Rückenmuskulatur, unter anderem hervorgerufen durch eine ungesunde Körperhaltung
  • falsches Heben von beispielsweise Getränkekisten (Tipp: immer aus der Hocke heben!)
  • Verschleißerscheinungen, zum Beispiel Abnutzung der Bandscheiben

Unabhängig von der Ursache können bereits kleinste Verschiebungen beziehungsweise Blockaden zu starken Schmerzen im Wirbelsäulenbereich führen.

Behandlung einer Wirbelblockade – was der Arzt tun kann

Junge Frau bewegt sich, um ihre Wirbelblockaden zu lösen
Mit viel Bewegung werden nicht nur Muskeln aufgebaut, sondern auch gelockert. Das hilft, um Wirbelblockaden zu lösen.

Vor der eigentlichen Behandlung gilt es, die Ursache für die Beschwerden herauszufinden. Rückenschmerz an sich ist ein eher allgemeines Symptom, das eine Vielzahl von Auslösern haben kann. Ausgeschlossen werden müssen beispielsweise ein Bandscheibenvorfall, ein entzündeter Nerv oder andere Erkrankungen.

Bestätigt sich der Verdacht auf eine Wirbelblockade, gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten. An erster Stelle steht hierbei Bewegung: Mit einer Bewegungstherapie ist es möglich, dass sich die Blockade in der Wirbelsäule löst und der Wirbel von selbst wieder an seinen Platz gerät. Reicht Bewegung allein nicht aus, können unterstützend Physiotherapie und Massage angewendet werden. Darüber hinaus empfinden einige Betroffene Wärme als wohltuend – Wärmflasche und Co. lockern die Muskeln.

Bei einer sehr ausgeprägten Wirbelblockade mit harter, verkrampfter Muskulatur ist manchmal ein Besuch beim Orthopäden, Chiropraktiker oder Osteopathen notwendig. Der Fachmann kann den verschobenen Wirbel mit gezielten Handgriffen wieder einrenken beziehungsweise die Blockade lösen. Von Fall zu Fall sind außerdem Schmerzmittel sinnvoll, um die akuten Beschwerden zu lindern. Im Anschluss an die Behandlung sollte die Rückenmuskulatur trainiert werden, um weiteren Wirbelblockaden vorzubeugen.

Einer Wirbelblockade vorbeugen: Bewegung statt Schonung

Über Bewegung freut sich der Rücken, Schonung und Bewegungsmangel dagegen wirken sich meist negativ aus. Auch um verschobenen Wirbeln und einer Blockade vorzubeugen, ist Bewegung wichtig – denn ein gesunder und starker Halteapparat verringert das Risiko für eine schmerzhafte Wirbelblockade. Daneben sind eine gerade Körperhaltung sowie rückenschonendes Heben wichtig.

Versuchen Sie doch einmal folgende Tipps zur Prävention:

  • Jeden Tag etwas Bewegung einplanen: Wenn Sie viel mit dem Auto unterwegs sind, könnten Sie beispielsweise stets einmal um den Wohnblock spazieren gehen, wenn Sie von der Arbeit nach Hause kommen.
  • Gehen Sie mit Ihrem Rücken sorgsam um und vermeiden Sie es, schwere Lasten aus dem Rücken heraus zu heben. Besser ist es, hierfür in die Hocke zu gehen.
  • Verkrampften Muskeln vorbeugen: Wechseln Sie im Büro oder zu Hause auf Sessel und Sofa zwischendurch die Sitzposition. Versuchen Sie, gelegentlich ein paar Schritte zu gehen, zum Beispiel, um sich etwas zum Trinken zu holen.

Wer seinem Rücken etwas Gutes tun möchte, kann zudem spezielle Kurse zur Stärkung der Rückenmuskulatur belegen – eine sogenannte Rückenschule. Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten für derartige Kurse zur Prävention ganz oder teilweise. Die Teilnehmer lernen dort unter anderem, auf eine gesunde Körperhaltung zu achten sowie Übungen, um ihre Rückenmuskulatur zu stärken.

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Tanja Albert
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Medizinredakteurin
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