Akupunktur

Die Akupunktur ist eine sehr alte chinesische Heilkunst, die darauf basiert, den Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Hierzu werden sehr dünne Nadeln unterschiedlichen Materials in bestimmte Energieleitungsbahnen, die sogenannten Meridiane, gestochen.

Forscher der Universität Heilbronn untersuchten in einer Studie den therapeutischen Erfolg bei 1162 Patienten mit Rückenschmerzen. Die Patienten wurden in drei Gruppen eingeteilt. Die eine erhielt eine konventionelle Therapie mit Schmerzmittel, Rückentraining und Krankengymnastik. Die zweite Gruppe erhielt regelmäßig eine sachgerecht angewendete Akupunktur. Die dritte Gruppe erhielt eine „Scheinakupunktur“. Diesen Patienten wurden zwar auch Nadeln gesetzt, aber weniger tief und nicht an den bekannten Punkten, die bei Rückenschmerzen genutzt werden.

Eine Patientin die gerade eine Akupunkturbehandlung bekommt.
Indem Energiepunkte aktiviert werden, versucht Akupunktur, Verspannungen der Muskulatur zu lösen.

Nach sechs Monaten Therapie verspürte fast die Hälfte der Patienten, die Akupunktur erhalten haben, eine deutliche Besserung. In der Gruppe mit der Basistherapie gaben 27 Prozent eine Besserung an. Erstaunlich war, dass in der Gruppe mit der Scheinakupunktur 44 Prozent eine deutliche Symptomlinderung verspürten.

„Die Überlegenheit beider Formen von Akupunktur legt nahe, dass es einen Mechanismus gibt, der sich auf die Schmerzentwicklung und die Übertragung und Weiterleitung von Schmerzsignalen im zentralen Nervensystem auswirkt.“ folgern die Autoren der Studie, unter anderem Privat-Dozent Dr. med. Michael Haake.

Die Akupunkturnadeln werden nicht etwa in den Rücken gestochen. Die Meridiane ziehen sich durch den ganzen Körper. So befinden sich am Ohr die Akupunkturpunkte für die Lendenwirbelsäule oder den Ischiasnerv, am Schädel mehrere Punkte für die Schmerzleitung.

Bei der Triggerpunktakupunktur können bestimmte Nerven- oder Muskelgruppen direkt gereizt werden. Eine Alternative zur Akupunktur ist die Akupressur, die nur mit Daumendruck ohne Nadeln ausgeführt wird. Auch wenn es positive Studien zur Wirkung der Akupunktur bei Muskel- und Rückenschmerzen gibt, ist die Studienlage nicht einheitlich.

Die Krankenkassen übernehmen seit dem Jahr 2007 die Kosten für die Akupunkturbehandlung, wenn ein Arzt sie zur Linderung von chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule auf einem Rezept verordnet. Die Schmerzen müssen jedoch seit mindestens einem halben Jahr bestehen. Der Arzt, an den der Hausarzt überweist, muss eine Zusatzausbildung in Akupunktur vorweisen können.

Üblicherweise werden die Kosten für zehn Akupunktursitzungen übernommen, im begründeten Einzelfall auch für fünf weitere. Nach Abschluss der Behandlung werden weitere Therapiesitzungen erst nach frühestens zwölf Monaten erneut von der Krankenversicherung bezahlt. Die Kosten für einen Heilpraktiker werden häufig nicht übernommen.