Mit Sport gegen die Rückenschmerzen

Früher wurde den Patienten bei Rückenschmerzen Ruhe und Schonung empfohlen. Heute weiß man, das war und ist falsch! Sicherlich zwingt den Patienten ein akuter, starker Schmerz zur Ruhe, aber um die Beweglichkeit wieder herzustellen ist Bewegung das beste Mittel.

Mit der richtigen Sportart gelingt es, das Muskel- und Skelettsystem zu mobilisieren, zu stärken und erneuten Schmerzen vorzubeugen. Nicht jede Sportart ist jedoch dafür geeignet.

Eine Frau beim Dehnen der Muskulatur vor dem Sport
Nicht jede Sportart ist geeignet, um Rückenschmerzen zu behandeln. Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, dass der Rücken geschont wird.

Das sollten Sie vermeiden!

Grundsätzlich gilt, dass ein extremes Überstrecken der Hals- und Lendenwirbelsäule, besonders in Kombination mit Verdrehung und Seitneigungen des Rumpfes, nicht sinnvoll sind. Dieses Bewegungsmuster findet man beispielsweise bei Überkopfbewegungen (zum Beispiel beim Werfen und bei Aufschlägen).

Wenig rückenschonend sind ebenfalls Stauchungsbelastungen der Wirbelsäule bei Landungen in unphysiologischen Haltungen. Wird der Rücken bei Sprung oder Landung gekrümmt oder die Wirbelsäule überstreckt, kann es zur Überdehnung von Muskeln und Bändern kommen.

Sinnvoll sind Sportarten, die mit gerader Wirbelsäule ausgeführt werden können. Ebenso gut sind abwechslungsreiche Aktivitäten, die zwischen Stehen, Laufen, Gehen und Sitzen variieren. Eine gute Vorbereitung ist der beste Schutz vor Verletzungen oder Verspannungen der Wirbelsäule.

Analog dem Ampelschema kann man die rückenfreundlichen und rückenunfreundlichen Sportarten in drei Kategorien einteilen. Grün bedeutet, dass die Sportart hervorragend geeignet ist, um Rückenschmerzen vorzubeugen. „Gelbe“ Sportarten sind meist ebenfalls sinnvoll, wenn man es nicht übertreibt. „Rote“ Sportarten können dem Rücken schaden und sollten von Patienten mit Muskel- und Rückenschmerzen vermieden werden.

„Grüne“ Sportarten:

  • Bergwandern
  • Inline-Skating
  • Krafttraining an medizinischen Geräten
  • Laufen, Walking
  • Radfahren
  • Reiten
  • Schwimmen
  • Skilanglauf
  • Tanzen

Besonders Walking, die gelenkschonende Alternative zum Joggen, ist eine ideale, rückenstärkende Ausdauersportart. Besonders das Nordic Walking, eine Variante des zügigen, sportlichen Gehens mit unterstützendem Einsatz von Stöcken, stärkt die Rumpfmuskulatur.

Läufer leiden seltener unter Rückenschmerzen als der Rest der Bevölkerung. Dies zeigte eine Untersuchung der Teilnehmer eines Marathons in Würzburg.
530 der Studienteilnehmer waren jünger als 40 Jahre, 673 über 40 Jahre alt. Drei Viertel der Teilnehmer waren Männer. Die Quote der Sportler mit Rückenschmerzen lag deutlich unter der in der Allgemeinbevölkerung.

„Gelbe“ Sportarten:

  • Badminton
  • Basketball
  • Fußball
  • Golf
  • Handball
  • Rudern, Kanu
  • Tennis, Tischtennis
  • Volleyball

„Rote“ Sportarten:

  • Eishockey
  • Ski (Alpin)
  • Squash
  • Surfen