Hilfe bei Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind neben Bluthochdruck DIE Volkskrankheit Nummer eins. Genauso wenig wie es aber DEN Rückenschmerz gibt, gibt es DIE Therapie. Die Wirbelsäule besteht aus sieben Hals-, zwölf Brust- und fünf Lendenwirbeln sowie Kreuz- und Steißbein. Ein muskuläres Korsett stabilisiert die gesamte Einheit, die durchzogen ist von sehr sensiblen Nerven. An all diesen Stellen kann es zu unterschiedlichen Störungen oder Erkrankungen kommen. So vielfältig wie die Beschwerden an Muskeln, Nerven, Sehnen oder dem knöchernen Skelett sind, ist auch deren Therapie.

Frau leistet Patientin Hilfe bei Rückenschmerzen
Physiotherapie kann gezielt helfen, Rückenschmerzen zu lindern.

Man unterscheidet unterschiedliche Therapieformen:

  • Pharmakotherapie mit Medikamenten wie Schmerzmitteln, Entzündungshemmern sowie muskelentspannenden Medikamenten.
  • Manuelle Therapie wie Chiropraktik oder Massagen.
  • Alternative Therapien wie Akupunktur, Homöopathie oder diverse ausleitende Verfahren sowie die Phytotherapie mit Heilpflanzen.
  • Chirurgische Therapien.

Da Rückenschmerzen auch durch innere oder psychische Erkrankungen ausgelöst werden können, erweitert sich das Therapiespektrum nochmals. Hinzu kommt die Vielzahl von vorbeugenden Therapiestrategien wie Rückengymnastik oder Entspannungsübungen.

Eine Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) ergab, dass die Zahl der operativen Rückeneingriffe bei den Versicherten zwischen 2006 und 2011 um 25 Prozent gestiegen ist.
„Der Trend zur Operation ist deutlich. Dabei sind 87 Prozent der Rückeneingriffe unnötig„, so Michael Schultz, Versorgungsexperte bei der Krankenkasse. Bei Zweifeln sollten Betroffene eine zweite ärztliche Meinung einholen.

Jährlich werden in Deutschland mehr als 400.000 Rückenoperationen durchgeführt. Natürlich sind pauschal nicht alle Operationen unnötig. Bei einem schweren Bandscheibenvorfall oder wenn Nerven gestaucht oder eingeklemmt werden und innere Organe davon betroffen sind, ist eine Operation oft unumgänglich. Viele Operationen können schon minimalinvasiv durchgeführt werden. Mit Hilfe eines Endoskops und feiner Instrumente oder eines Lasers können beispielsweise Bandscheibenfragmente schonend entfernt werden.

Wenn Ihr Arzt Ihnen eine „konservative Therapie“ vorschlägt ist damit gemeint, dass mit Hilfe von manuellen Therapien und Medikamenten ohne Operation vorgegangen wird.

Um eine Operation zu vermeiden oder nach einem Eingriff kann ein Aufenthalt in einer Reha-Klinik notwendig sein. Es gibt deutschlandweit Einrichtungen, die sich auf Muskel-, Rücken- und Nervenschmerzen spezialisiert haben.

Die aktuellen medizinischen Leitlinien heben hervor, wie wichtig eine Zusammenarbeit aller Fachdisziplinen bei Rückenschmerzen ist.
Beziehen Sie auch Ihre Apotheke in die Therapie mit ein. Gerade wenn mehrere Ärzte unterschiedliche Medikamente verordnen, kann es zu arzneimittelbedingten Wechselwirkungen kommen. Mit einer Kundenkarte, wie sie die meisten Apotheken anbieten, lässt sich dies vermeiden.