Zu viel Alkohol bekommt den Nerven nicht…

Wer kennt das nicht: Sie sitzen am Wochenende in gemütlicher Runde mit Freunden oder der Familie zusammen und lassen sich das eine oder andere alkoholische Getränk schmecken. Kaum einer macht sich dabei Gedanken darüber, welche Auswirkung Alkohol auf die Nerven haben kann.

Wenn es bei dem gelegentlichen Genuss von Alkohol bleibt, ist dies auch nicht weiter belastend für die Nerven. Wird dem Körper über einen längeren Zeitraum hinweg allerdings zu viel Alkohol zugeführt, leiden die Nerven darunter und es kann sogar zu Nervenschädigungen kommen. Alkoholmissbrauch ist der zweithäufigste Verursacher von Nervenschädigungen in Deutschland.

Zu viele Gläser mit Alkohol können zu Nervenschädigungen führen
Ein Glas Wein ist kein Problem. Jedoch kann regelmäßiger, ungebremster Alkoholgenuss die Nerven schädigen.

Wie entstehen alkoholbedingte Nervenschädigungen?

Alkoholbedingte Nervenschädigungen haben in der Regel zwei Ursachen:

  • Ethanol (= chemisches Molekül für Alkohol) und dessen Abbauprodukte, die sich ablagern und „giftig“ für die Nervenzellen sind
  • Vitamin-Mangel, vor allem der B-Vitamine, die als wichtige Hilfsstoffe (sogenannte Co-Faktoren) der Enzyme in unserem Körper fungieren; Vitaminmangel entsteht oft auch dadurch, dass bei Alkoholmissbrauch weniger auf eine ausgewogene Ernährung geachtet wird

Ein positiver Aspekt an alkoholbedingten Nervenschädigungen ist die hohe Regenerationsquote der betroffenen Nerven, sobald der Alkoholkonsum eingeschränkt oder sogar völlig eingestellt wird. Dabei kann die Einnahme von Nervenaufbaupräparaten unterstützend wirken.

Symptome und Folgen einer alkoholbedingten Nervenschädigung

Häufige Symptome einer alkoholbedingten Nervenschädigung sind motorische Einschränkungen und Empfindungsstörungen in den Gliedmaßen. Hier sind besonders die Beine betroffen. Meist äußert sich dies in einem unsteten Gang oder darin, dass Berührungen oder ähnliches an den Beinen oder Füßen nicht mehr wahrgenommen werden können. Begleitet werden die Beschwerden meist von teilweise heftigen Schmerzen in den betroffenen Körperregionen. Aufgrund des Vitaminmangels kann es zu Entzündungsreaktionen im Körper kommen, ebenso treten Lähmung der Augenmuskulatur oder Durchfall auf, auch demenzartige Zustände wurden beobachtet.
Als Folge einer gestörten Reizweiterleitung können auch wichtige Körperfunktionen einge-schränkt sein, zum Beispiel im Bereich des Herzkreislaufsystems (Blutdruck, Puls, Arrhythmien) oder des Verdauungssystems (siehe oben: Durchfall).

Wie viel Alkohol ist „zu viel“ für unsere Nerven?

Ab einer täglichen Alkoholzufuhr von mehr als 12g (Frauen) beziehungsweise 24g (Männer) können Nervenschädigungen auftreten, wenn diese Grenze über einen längeren Zeitraum hinweg tagtäglich überschritten wird. 12g Alkohol stecken beispielsweise in einem durchschnittlichen Longdrink, ein Glas Bier (0,25l) enthält etwa 9g Alkohol.