Welche Symptome treten bei einer Nervenschädigung auf?

Nervenschädigungen können sich durch vielerlei Symptome bemerkbar machen. Unter anderem ist die Symptom-Ausprägung abhängig von der Art der geschädigten Nerven (somatische oder motorische Nerven) sowie davon, welche Teile des Nervensystems betroffen sind (zentrales oder peripheres Nervensystem). Aber nicht immer sind die Symptome sofort als diejenigen einer Nervenschädigung erkennbar.

Neben einem allgemeinen neuropathischen Schmerz, der mit Zunahme der Erkrankungsdauer auch an Intensität zunimmt, gibt es zahlreiche andere Symptome. Charakteristisch für den neuropathischen Schmerz ist, dass er sowohl anhaltend brennend, als auch ganz plötzlich und ohne Vorwarnung in Form von stechenden Schmerzen auftreten kann. Dadurch fühlen sich die betroffenen Körperregionen teilweise wie „elektrisiert“ an.

Nervenschädigungen können eine Vielzahl von unterschiedlichsten Symptomen hervorrufen. Diese sind auch abhängig davon, welche Art von Nerven betroffen ist: Somatische Nerven, die mit unseren Sinnesorganen verbunden sind, oder motorische Nerven, die die Bewegungen unserer Gliedmaßen steuern. Je nachdem treten entweder Empfindungsstörungen (somatische Nerven) oder Probleme bei Bewegungsabläufen (motorische Nerven) auf.

Frau mit Symptomen einer Nervenschädigung

Auch Verdauungsprobleme können auf eine Nervenschädigung hindeuten.

Wenn es kribbelt… – Anzeichen somatischer Nervenschädigungen

Sind somatische Nerven geschädigt, ist oft das Schmerzempfinden der Patienten gestört. Im schlimmsten Fall kann dies dazu führen, dass Schürf- oder Schnittwunden schlechter abheilen, da sie aufgrund des gestörten Schmerzempfindens erst verspätet wahrgenommen werden.

Begleitet werden die Nervenschädigungen von einem Kribbeln, Brennen oder Pelzigkeitsgefühl in den betroffenen Körperregionen, das von den Patienten oft auch als „Ameisenlaufen“ beschrieben wird. Im Frühstadium der Erkrankung beginnt das Kribbeln oder Taubheitsgefühl meist in den Händen und Füßen und geht mit einer gewissen Gefühllosigkeit in den betroffenen Extremitäten einher.

Damit ist auch ein verminderter Fühl- und Tastsinn verbunden, der sogar so weit gehen kann, dass scharfe oder spitze Gegenstände nicht mehr als solche wahrgenommen werden und es daher zu ernsthaften Verletzungen kommen kann.

Eingeschränkte Beweglichkeit – Anzeichen motorischer Nervenschädigungen

Wenn motorische Nerven von der Schädigung betroffen sind, bedeutet dies, dass der Muskel, der von dem betroffenen Nerv gesteuert wird, nicht mehr versorgt wird und sich somit motorische Ausfallerscheinungen zeigen können. Dies sind beispielsweise:

  • Kraftlosigkeit von Körperteilen
  • Bewegungseinschränkungen von Körperteilen bis hin zu Lähmungen
  • Muskelschwäche, Muskelschwund und Muskelkrämpfe

Allgemeine Symptome – Anzeichen vegetativer Nervenschädigungen

Nervenschädigungen können auch zu Symptomen auf der vegetativen Ebene führen, beispielsweise zu Schlafstörungen. Daneben können auch Störungen in der Schweißproduktion beziehungsweise ganz allgemein in der Regulation der Körpertemperatur auftreten. Aber auch Blasenschwäche oder Verdauungsprobleme können Symptome einer vegetativen Nervenschädigung sein.

Leidet ein Patient unter Herzrhythmusstörungen, so muss ebenfalls nicht immer eine kardiologische Erkrankung die Ursache dafür sein – auch dies kann ein Anzeichen sein, dass vegetative Nerven geschädigt sind. Als weiteres Symptom einer vegetativen Nervenschädigung können Potenzstörungen auftreten, wenn die entsprechenden Nervenimpulse durch den Parasympathikus fehlen. Damit erweitern sich die Blutgefäße nicht und es kann kein Blut in den Schwellkörper fließen. Vegetative Nervenschädigungen können durch vielerlei Ursachen entstehen, zum Beispiel als Folge von Alkoholmissbrauch oder bei Nervenverletzungen.