Behandlung von Nervenschädigung: vielfältige Möglichkeiten

Nicht immer muss ein Patient, bei dem eine Nervenschädigung vorliegt, zwingend mit starken Schmerzmitteln behandelt werden oder sich sogar einer Operation unterziehen. Abhängig von der Art der Nervenschädigung und der Intensität der dadurch verursachten Schmerzen gibt es auch zahlreiche andere Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern. Im Fokus steht dabei meist der gezielte Aufbau der Muskulatur, um den beschädigten Nerv optimal zu stützen. Dabei ist auch das Engagement seitens des Patienten von essenzieller Bedeutung.

Mann mit Nervenschädigungen werden behandelt
Nervenschädigungen werden oft mit einem multimodalen Ansatz behandelt, der viele Komponenten, wie Massagen etc. beinhaltet.

Therapieziele bei der Behandlung von Nervenschädigungen

Nicht immer ist eine vollständige Beseitigung der Beschwerden und vor allem der Schmerzen möglich, jedoch sollte das Ziel jeder Therapieform sein, die Schmerzen deutlich zu senken und somit auf ein erträgliches Maß zu bringen. Damit verbunden sind ebenso eine verbesserte Lebens- und vor allem Schlafqualität. Weiterhin sollte ein wichtiges Ziel sein, die Arbeitsfähigkeit des Patienten aufrecht zu erhalten.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie stellt vor allem zu Beginn der Behandlung einen wichtigen Baustein dar, da die Patienten oftmals unter kaum erträglichen Schmerzen leiden. Diese müssen schnellstmöglich reduziert werden, damit nachfolgende Maßnahmen möglich sind.

Dies gilt insbesondere für den Aufbau von Muskulatur durch Bewegung und gezielte Übungen.
Fachärzte können auf viele verschiedene Schmerzmittel zurückgreifen, die unterschiedlich wirksam gegen starke Schmerzen sind. Beispiele hierfür sind:

  • einfache Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol
  • Opioide
  • Antiepileptika
  • Antidepressiva

Ausführliche Informationen zur Schmerztherapie bei Nervenschädigungen finden Sie hier.

Operative Verfahren

Mit Hilfe von Neurostimulationsverfahren können gute Ergebnisse in der Schmerzlinderung erzielt werden. Dazu werden Elektroden in den Körper des Patienten implantiert. Die häufigste Methode ist die sogenannte epidurale Rückenmarksstimulation (SCS), bei der myelinisierte Nerven selektiv stimuliert werden – bei gleichzeitiger Hemmung von Schmerzrezeptoren im Gehirn.

Sehr bekannt ist auch die transkutane Nervenstimulation, kurz TENS. Bei dieser Methode wird die Aktivität der Hinterhornneuronen, die Teil vom Rückenmark sind, gehemmt und damit ebenfalls eine Beeinträchtigung der Schmerzaufnahme erreicht.

Behandlungsempfehlung: multimodale Schmerztherapie

Die multimodale Schmerztherapie ist eine interdisziplinäre Behandlungsform, in der auch der Patient selbst stark eingebunden ist. Aufgrund des vielschichtigen Ansatzes verspricht diese Behandlungsmethode eine erfolgreiche Linderung der Beschwerden und wird daher von führenden Spezialisten als Behandlungsoption der Wahl postuliert.
Neben einer speziell auf den Patienten abgestimmten Medikation kommen auch andere Methoden zum Einsatz:

  • Körperliche Bewegung und Training der betroffenen Muskelgruppen
  • Psychologische Betreuung
  • Einführung in Entspannungstechniken (zum Beispiel Meditation oder autogenes Training)
  • Alltagscoaching“ (Was sollte am Arbeitsplatz optimiert werden? Wie kann man Beschwerden vermeiden?)
  • Biofeedback und Ergotherapie

Weitere Möglichkeiten

Bei Schmerzen helfen oft auch Wärme- oder Kältebehandlungen, um die Beschwerden zu lindern. Diese lassen sich sehr leicht in den Alltag integrieren und zu Hause durchführen, zum Beispiel in Form einer Wärmflasche, einem heißen Bad oder einer kalten Kompresse, die auf die betroffene Körperregion gelegt wird.

Auch Akupunktur und Massagen oder Wärmebehandlungen bei Physiotherapeuten können Abhilfe schaffen. Diese Behandlungsoptionen können als Ergänzungen zur Schmerztherapie zum Einsatz kommen.