Vitaminmangel, Vitaminmangelerscheinungen und Nervenschädigung – wie hängt das zusammen?

Bei Erkrankungen, die auf einem Vitaminmangel beruhen, denken wir beispielsweise an Skorbut. Diese Erkrankung wird durch einen Mangel an Vitamin C hervorgerufen und trat früher vor allem bei Seefahrern auf, da diese über Monate hinweg keine frischen Lebensmittel, die Vitamin C enthalten, an Bord hatten. Auch Nervenschädigungen können als Vitaminmangelerscheinungen entstehen. Vor allem eine Unterversorgung mit B-Vitaminen kann Nervenschädigungen hervorrufen.

Vitaminmangelerscheinungen können vielfältige Ursachen haben:

  • Einseitige Ernährung, Fehl- oder Unterernährung
  • Erhöhter Vitaminbedarf in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Sportlern und Heranwachsenden
  • Stress
  • Resorptionsstörungen im Magen-Darm-Trakt, sodass selbst bei ausreichender Vitaminzufuhr nicht genügend davon aufgenommen wird
  • Alkoholmissbrauch
  • Funktionsstörungen von Leber oder Nieren
Viel Obst, um Vitaminmangel vorzubeugen

Viele Menschen nehmen zu wenig Vitamine zu sich. Doch das kann sich leider auch negativ auf die Nerven auswirken.

Ein Mangel an B-Vitaminen kann zu Nervenschädigungen führen

Vor allem Vitamin B12 und Vitamin B9 (= Folsäure) haben wichtige Funktionen im menschlichen Nervensystem. Vitamin B12 ist für den Schutz und die Regeneration der Nervenzellen essenziell und ist am Aufbau der Myelinscheide beteiligt. Ist zu wenig Vitamin B12 vorhanden, funktioniert die Reizweiterleitung nicht optimal. Vitaminmangelerscheinungen sind die Folge. In Bezug auf Folsäure ist seit längerem bekannt, dass diese eine essenzielle Rolle bei der Entwicklung des embryonalen Nervensystems spielt. Aber auch im Nervensystem von Erwachsenen kann keine Erneuerung der Nervenzellen stattfinden, wenn eine Unterversorgung mit Folsäure vorliegt.

Weitere, für das Nervensystem wichtige B-Vitamine sind Vitamin B1 und Vitamin B6. Bei einem Vitamin B6-Mangel können sensomotorische Störungen auftreten, also Störungen bei (komplexen) Bewegungsabläufen, an denen auch unsere Sinnesorgane (vor allem die Augen) beteiligt sind.

Die Beriberi-Krankheit (Symptom: Nervenlähmungen) und die Wernicke-Enzephalitis (Symptome: motorische Störungen wie Gangunsicherheit, Lähmungen der Augenmuskulatur) sind Folgeerkrankungen einer Unterversorgung mit Vitamin B1.

Nahrungsmittel, die große Mengen an B-Vitaminen enthalten

Vitamin B12

  • Tierische Lebensmittel wie Fleisch und Innereien
  • Milch und Milchprodukte wie Käse (Gouda, Camembert, Emmentaler) oder Joghurt
  • Fisch und Meeresfrüchte sowie Kaviar
  • Eier (vor allem Eigelb)
  • Karotten

Folsäure (= Vitamin B9)

  • Grünes Blattgemüse (zum Beispiel Spinat, Grünkohl) und Salate
  • Produkte aus Vollkorngetreide, zum Beispiel Vollkornbrot oder -nudeln
  • Brokkoli
  • Tomaten
  • Karotten
  • Nüsse
  • Innereien (vor allem Leber)

Vitamin B6

  • Pistazien
  • Leinsamen
  • Feldsalat
  • Vollkornbrot
  • Avocado
  • Bananen
  • Grünes Gemüse wie Rosenkohl oder Brokkoli
  • Kichererbsen
  • Fleisch (Rind, Gans, Pute)

Vitamin B1

  • Walnüsse
  • Vollkornprodukte wie Vollkornbrot oder -müsli
  • Schweinefleisch
  • Lachs
  • Hülsenfrüchte (zum Beispiel Bohnen, Linsen, Erbsen)
  • Kartoffeln, Brokkoli, Spargel

Mit einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung kann eine ausreichende Versorgung mit B-Vitaminen erreicht werden. Sollte diese nicht gewährleistet sein, können Sie auf Nahrungsergänzungsmittel oder spezielle Nervenaufbaupräparate, die B-Vitamine enthalten, zurückgreifen.