Rückenschmerzen nach der Geburt

Viele Frauen klagen nach der Geburt über einen schmerzenden Rücken. Gönnen Sie sich Zeit und Ruhe, um sich von dieser erheblichen körperlichen Anstrengung zu erholen! Dann werden die Beschwerden in der Regel nach einiger Zeit von selbst abklingen. Wie Sie Ihren Alltag zusätzlich rückenschonend gestalten, erfahren Sie hier.

Der weibliche Körper während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft verändert sich der weibliche Körper stark, um die Herausforderungen, die auf die werdende Mutter zukommen, tragen zu können. Der Halteapparat einer Frau ist deshalb von Natur aus flexibler als der eines Mannes, was ihn anfälliger für Rückenbeschwerden macht. In der Schwangerschaft lockern sich die Bänder des Beckengürtels, um den Geburtskanal zu erweitern, während die Bauchmuskulatur der Gebärmutter weicht.

Frau mit Baby und Rückenschmerzen nach der Geburt
Das Heben und Tragen des Babys ist eine harte Bewährungsprobe für den Rücken der Mutter.

Trainierte Muskulatur und richtige Haltung

Da insbesondere die Bauchmuskeln nach der Geburt sehr schwach sind, versucht der Körper, das entstandene Defizit durch Arme, Schultern und Rücken auszugleichen. Rückbildungsgymnastik wird Ihnen helfen, Ihre geschwächte Muskulatur langsam wieder aufzubauen.

Auch eine falsche Körperhaltung beim Stillen des Babys ist ein möglicher Grund für Rückenbeschwerden. Führen Sie nicht die Brust zum Kind, sondern das Kind zur Brust. Beugen Sie sich also nicht nach vorne, um eine verkrampfte Körperhaltung zu vermeiden.

Achten Sie auch im Sitzen, Stehen oder Gehen auf eine richtige Haltung. In der Schwangerschaft wurden Sie durch die Verlagerung des Gewichts zum Bauch hin in ein unnatürliches Hohlkreuz gezwungen. Ein Gymnastikball oder ein ergonomisch geformtes Sitzkissen kann eine aufrechte Haltung unterstützen und Verspannungen vermeiden.

Heben und Tragen: Belastungsprobe für Ihren Rücken

Auch wenn das Gewicht des Neugeborenen anfangs noch gering ist, belastet das Heben und Herumtragen des Kindes den Rücken einer Frau stark. Achten Sie darauf, mit geradem Rücken in die Knie zu gehen, um das Kind hochzuheben. Im Vornüberbeugen werden Ihre Bandscheiben stärker belastet als im Sitzen, Stehen oder Gehen!

Sie beanspruchen Ihren Rücken außerdem weniger, wenn Sie Ihr Baby am Bauch anstelle des Rückens tragen. Gönnen Sie Ihrem Rücken regelmäßige Erholungspausen, indem Sie Ihr Kind in den Kinderwagen legen, anstatt es mit dem Wickeltuch zu tragen.

Lassen Sie sich bestenfalls auch beim Tragen schwerer Gegenstände im Haushalt helfen, bis sich ihre geschwächte Muskulatur wieder aufgebaut hat, und passen Sie den Wickeltisch Ihrer Körpergröße an, um eine verkrampfte Haltung zu vermeiden.

Wie psychische Belastungen Ihrem Rücken schaden

Auch psychische Belastungen können Ihnen in Form von Verspannungen im Rücken sitzen und Beschwerden bereiten! Stellen Sie nach der Geburt keine zu hohen Erwartungen an sich selbst, sondern gönnen Sie ihrem Körper und Ihrer Seele Ruhe und Erholung.

Entspannungsmethoden wie Yoga oder Pilates unterstützen den Stressabbau und stärken verschiedenste Muskelpartien. Auch warme Entspannungsbäder spenden Kraft und fördern die Durchblutung verkrampfter Muskeln, um Verspannungen entgegenzuwirken.

Wann eine ärztliche Untersuchung unvermeidbar wird

Leiden Sie unter starken, langanhaltenden Schmerzen im Rücken, die nach wenigen Tagen nicht von selbst abklingen, ist eine ärztliche Untersuchung unvermeidlich. Grund sind möglicherweise Blockierungen in der Lendenwirbelsäule oder gereizte Zwischenwirbelgelenke, die durch das Hohlkreuz in der Schwangerschaft auftreten können.

Die Beschwerden können auch durch einen neu aufgetretenen Bandscheibenvorfall verursacht werden. Durch die starke Belastung in der Schwangerschaft hat sich der äußere Faserring einer Bandscheibe möglicherweise verschoben oder ist eingerissen, sodass der innere Gallertkern austreten kann. Werden so der Rückenmarkskanal oder Nervenwurzeln abgedrückt, können Schmerzen im Rücken oder Empfindungsstörungen in derjenigen Körperregion auftreten, die der betroffene Nerv versorgt.