Ein Schlaganfall kann das Leben verändern

Plötzlich geht die Sprache verloren – dies zählt häufig zu den ersten Anzeichen eines Schlaganfalls. Dabei werden Bereiche im Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, was schwere Folgen haben kann und das Leben von Betroffenen und Angehörigen oft stark verändert. Deswegen ist es wichtig, einen Schlaganfall so schnell wie möglich zu erkennen und zu behandeln. Wie Sie die ersten Symptome richtig deuten, welche Folgen häufig mit einem Schlaganfall in Verbindung stehen und wie Sie ihm vorbeugen können, lesen Sie hier.

Älteres Ehepaar bewegt sich, um einem Schlafanfall vorzubeugen

Was passiert bei einem Schlaganfall

Ein Schlaganfall, auch Hirnschlag genannt, kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden:

Der sogenannte ischämische Schlaganfall entsteht durch ein Blutgerinnsel, das eine Arterie im Gehirn verstopft. Die Durchblutung und dadurch die Sauerstoffversorgung im dahinterliegenden Bereich kann folglich nicht mehr stattfinden, wodurch Nervenzellen beschädigt werden oder sogar absterben.

Den anderen Fall bezeichnen Mediziner als hämorrhagischen Schlaganfall. Hierbei spricht man auch von einer Hirnblutung, die häufig auf dünne Gefäßwände der Arterien zurückzuführen ist. Bei zu hohem Blutdruck können diese Gefäßwände einreißen und es kommt zu einer Einblutung im Gehirn. Durch das austretende Blut wird das umliegende Nervengewebe beschädigt.

Dauert die Minderversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen bestimmter Bereiche im Gehirn länger an, können die betroffenen Nervenzellen vorläufig oder dauerhaft ihre Funktion verlieren. Die Folgen der Unterversorgung hängen vom betroffenen Hirnareal und der Dauer bis zur Behandlung ab. Es gibt bestimmte erste Anzeichen, die auf einen Schlaganfall schließen lassen und bei denen Sie sofort Hilfe holen müssen.

Akute Symptome eines Schlaganfalls

Folgende Anzeichen sind bei einem Schlaganfall möglich:

  1. Sehstörungen: Betroffene haben links- oder rechtsseitig ein eingeschränktes Gesichtsfeld und können Gegenstände und Personen nur begrenzt wahrnehmen.
  2. Einseitige Empfindungsstörungen wie Taubheitsgefühle bis hin zu Lähmungen: Deutlich werden diese Symptome hauptsächlich im Bereich der Gesichtsmuskeln. Aber auch in Armen, Beinen oder der ganzen Körperseite können solche Störungen im Falle eines Hirnschlags durchaus vorkommen.
  3. Sprachstörungen: Schlaganfallpatienten haben häufig Schwierigkeiten, sich zu artikulieren. Dies kann bis zu einem totalen Sprachverlust reichen.
  4. starke Kopfschmerzen: Kommt es zu Hirnblutungen, sind starke Kopfschmerzen die Folge. Diese werden in einigen Fällen von Übelkeit und Erbrechen begleitet.
  5. Schwindelgefühle: Treten sie zusammen mit einem schwankenden Gang schlagartig und in Kombination mit anderen Symptomen auf, kann das für einen Schlaganfall sprechen.

Wenn Sie diese Veränderungen bei jemand anderem oder bei sich selbst bemerken, sollten Sie sofort den Notruf wählen.

Einen Schlaganfall erkennen – der FAST-Test

Um die Situation besser einzuschätzen, rechtzeitig zu handeln und die Folgen des Schlaganfalls gering zu halten, kann der sogenannte FAST-Test durchgeführt werden.

FACE: Bitten Sie die Person zu lächeln. Achten Sie nun darauf, ob die Mundwinkel nach oben gehen oder nach unten hängen. Wirkt das Gesicht unsymmetrisch, kann das auf eine halbseitige Gesichtslähmung hindeuten.

ARMS: Gelingt es dem Betroffenen beide Arme zu heben? Wenn nicht, handelt es sich wahrscheinlich um eine Lähmung einer Körperseite.

SPEECH: Lassen Sie die Person einen einfachen Satz wiederholen. Wirkt die Sprache lallend oder verstehen Sie den Satz nur schwer, könnten Sprachstörungen aufgrund eines Schlaganfalls vorliegen.

TIME: Rufen Sie so schnell wie möglich den Notarzt und erklären Sie die Symptome. Bei einem Schlaganfall zählt jede Sekunde.

Erste Hilfe:

Bis zum Eintreffen des Notarztes sollten Sie die betroffene Person beruhigen und mit ihr sprechen. Helfen Sie dem Patienten, sich auf den Rücken zu legen, der Oberkörper sollte eine leicht erhöhte Position haben.

Bei einem Schlaganfall gilt: „Time is brain“. Das bedeutet, je früher mit der Therapie begonnen wird, desto besser stehen die Chancen, den Schlaganfall ohne bleibende Schäden zu überstehen. Deswegen sollte der Patient innerhalb von vier bis fünf Stunden behandelt werden, um die besten Heilungschancen zu gewährleisten. Um Blutgerinnsel aufzulösen, werden entsprechende Medikamente verabreicht. Bei Blutungen im Gehirn ist dagegen meist eine Operation notwendig.

Es gibt auch mildere Formen eines Schlaganfalls. Hierbei verursachen kleinere Blutgerinnsel Durchblutungsstörungen, die ähnliche Symptome auslösen. Allerdings verschwinden diese innerhalb von 24 Stunden wieder. Ein sogenannter Mini-Schlaganfall, auch transitorische ischämische Attacke (TIA) genannt, kann einen großen Hirnschlag ankündigen und muss ebenfalls ärztlich versorgt werden.

Schlaganfall: Folgen und geeignete Therapien

Mehrere Faktoren spielen bei der Art und der Schwere von Schlaganfall-Folgen eine Rolle – zum Beispiel die Zeit, die nach de Hirnschlag bis zur Behandlung vergeht, und der Bereich, in dem die Nervenzellen betroffen sind. Manche Folgen bleiben dauerhaft, andere vergehen nach einiger Zeit wieder. Zu häufigen Auswirkungen gehören:

  • halbseitige Lähmungen
  • Sprach- und Schluckstörungen
  • Gedächtnisprobleme
  • fehlende Motorik: Grob- und Feinmotorik können betroffen sein
  • Aufmerksamkeitsstörungen

Die Folgen des Schlaganfalls können sich entweder nur wenig oder sehr stark bemerkbar machen. In allen Fällen durchlaufen Patienten eine Reha mit geeigneter Physiotherapie, um verloren gegangene Mechanismen wie Sprechen oder Gehen wieder zu erlernen. Außerdem ist eine langfristige medikamentöse Behandlung notwendig, um die Ursache des Schlaganfalls zu behandeln. Hier werden zum Beispiel blutverdünnende Mittel eingesetzt, um der Bildung von Gerinnseln vorzubeugen.

Gut zu wissen:

Übergewicht und Bluthochdruck sind Faktoren, die das Risiko erhöhen, einen Hirnschlag zu bekommen. Beugen Sie daher einem Schlaganfall vor, indem Sie auf Ihre Ernährung und Lebensweise achten. Gesunde Mahlzeiten mit frischem Gemüse, viel Bewegung zum Beispiel ein Afterwork-Sportprogramm und der Verzicht auf Genussmittel wie Alkohol und Zigaretten sind wichtig, um die Arterien zu pflegen.

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1Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Akuttherapie des ischämischen Schlaganfalls. Online abgerufen unter: http://www.dsg-info.de/images/stories/DSG/PDF/Leitlinien/LL_22_2012_akuttherapie_des_ischaemischen_schlaganfalls.pdf (Stand: 06.12.2017)
2Deutsche Schlaganfall Gesellschaft: Auch der „Mini-Schlaganfall“ ist ein Notfall […]. Online abgerufen unter: http://www.dsg-info.de/presse/pressemeldungen/454-auch-der-mini-schlaganfall-ist-ein-notfall-auf-symptome-achten-und-sofort-handeln-rasche-behandlung-auf-stroke-unit-kann-grossen-schlaganfall-verhindern.html (Stand: 06.12.2017)