Ein entlasteter Kinderrücken: Tipps und Tricks

Umfragen und Studien beweisen, dass auch Kinder immer häufiger an Rückenbeschwerden leiden. Ob physische Belastungen, die den Kleinen in Form von Verspannungen im Rücken sitzen, zu schwere Schulranzen, die eine falsche Haltung hervorrufen, Übergewicht oder Bewegungsmangel: Die Ursachen sind vielfältig. Mindestens genauso facettenreich sind Ihre Möglichkeiten, den Rücken Ihres Kindes zu schonen und Beschwerden zu lindern.

Junge mit gut sitzendem Ranzen, um den Kinderrücken zu schonen.

Ein gut sitzender Schulranzen ist wichtig, um den Kinderrücken täglich zu entlasten.

Bewegungsmangel und Übergewicht: Eltern sind Vorbilder

Auch Übergewicht ist häufig ein Risikofaktor für Rückenbeschwerden bei Kindern. In vielen Fällen resultiert es aus ungesunder Ernährung und Bewegungsmangel, der übrigens in den meisten Fällen selbst eine Ursache für den schmerzenden Kinderrücken ist: Die wenig trainierte Muskulatur, die den Rumpf stützt und stabilisiert, droht zu schrumpfen, Überbelastungen und Fehlhaltungen können die Folge sein und Beschwerden hervorrufen.

Häufig gehen die Eltern ihren Kindern als Vorbild voraus. Bewegen sich Erwachsene ungern und selten, nehmen anstelle des Fahrrads lieber den Bus oder das Auto, oder ernähren sich ungesund und wenig abwechslungsreich, werden es ihre Kleinen wohl auch nicht tun: Das gute Vorbild fehlt.

Warum unternehmen Sie nicht zusammen einen Spaziergang zum Spielplatz, einen Ausflug ins Schwimmbad oder eine Fahrradtour am Wochenende? Gemeinsame Bewegung wird Ihnen und dem schmerzenden Rücken Ihrer Kinder gut tun.

Bewegung tut gut, Bewegung macht Spaß

Wenn der Weg ungefährlich ist, können Ihre Kinder mit dem Fahrrad fahren! Ganz nebenbei spendet frische Luft neue Energie und bringt den Kreislauf in Schwung. Besonders wenn ein neuer Schultag mit langem Sitzen auf Ihre Kinder wartet, ist der Morgensport ein wohltuender Start in den Tag.

Sowohl in der Schule als auch beim Lernen zu Hause spenden regelmäßige Bewegungspausen Abwechslung: Eine dauerhafte Fehlhaltung kann so vermieden und Haltungsfehlern entgegengewirkt werden.

Richtiges Sitzen will gelernt sein

Sitzen Kinder viel und lange am Schreibtisch, ist das richtige Mobiliar unverzichtbar. Vielseitiges, richtiges Sitzen ist die Devise, um Rückenschmerzen vorzubeugen. Spezielle Sitzkissen und –bälle oder ergonomisch geformte Stühle fördern dynamisches Sitzen. Die Muskulatur, die die Wirbelsäule stabilisiert, wird so gestärkt, eine aufrechte Haltung unterstützt und der Rücken Ihres Kindes entlastet. Wichtig sind an die Körpergröße Ihrer Kleinen angepasste Möbel:

Die Höhe des Schreibtischstuhls beispielsweise sollte so eingestellt sein, dass Ihre Kinder den Boden mit den Fußflächen berühren und sie ihre Beine im rechten Winkel abstellen können. Eine leicht geneigte Arbeitsfläche unterstützt ein Sitzen, das Wirbelsäule, Bandscheiben und Rumpfmuskulatur des Kindes entlastet.

Die Abwechslung macht’s: Einen Ausgleich durch Bewegung schaffen

Klar, dass nach so viel Haltungsschule eine Runde Lümmeln auf dem Plan steht. Dass Kinder des 21. Jahrhunderts Zeit vor dem Fernseher, dem Computer oder der Spielekonsole verbringen, ist schließlich Alltag geworden.

Es spricht nicht viel gegen Sofa, Bett und Fernsehsessel, solange ein regelmäßiger Ausgleich durch ausreichend Bewegung geschaffen wird. Sonst droht die wenig trainierte Muskulatur, die den Rumpf entlasten und stabilisieren soll, zu schrumpfen und es können Beschwerden entstehen.

Die richtige Wahl des Rucksacks

Klagt Ihr Kind über Rückenschmerzen, können auch Belastungen unterschiedlicher Art der Grund für die Beschwerden sein. Falsch getragene oder eingestellte Taschen und Schulranzen sind nicht selten ein Auslöser.

In jedem Falle sollte ein Rucksack anstelle einer Umhängetasche genutzt werden. Um einseitige Belastung und Fehlhaltungen zu vermeiden, muss dieser dem Rücken Ihres Kindes angepasst und auf die richtige Körpergröße eingestellt sein. Der Rucksack soll am Rücken anliegen, ein gut gepolstertes Rückenteil sowie komfortable Trageriemen verhindern unangenehme Druckstellen am Kinderrücken.

Auch das Gewicht des Schulranzens sollte nicht unnötig aufgestockt werden: Achten Sie darauf, dass Ihre Kinder nur das mitnehmen, was sie wirklich brauchen! Schwere Gegenstände sollten nah am Körper verstaut werden.

Kummer und Sorge? Wie psychische Probleme den Kinderrücken belasten

Nicht nur physische, auch psychische Belastungen können schon Kindern Rückenbeschwerden bereiten. Häufig setzen sich Schulstress und Überforderung in Form von Verspannungen fest. Wichtig ist, keine zu hohen Erwartungen an die Kleinen zu stellen. Probleme in der Schule? Greifen Sie doch mal gemeinsam zum Hausaufgabenheft: Ihre Gesellschaft und Unterstützung wird Ihrem Kind guttun!

Gegebenenfalls hilft ein Gespräch mit der Lehrkraft: Sind die Anforderungen zu hoch? Belasten mein Kind Noten oder Mitschüler? Wie kann ich helfen, um die Belastung zu erleichtern?

Sei es ein neuer Sportverein oder eine neue Klasse: Nicht selten müssen sich Kinder in einem veränderten Umfeld erst zurechtfinden, um es bewusst wahrnehmen und genießen zu können. Geben Sie Ihrem Kind Zeit!
Dass Abwechslung im Alltag nie fehlen darf, ist selbstverständlich: Kann sich das Kind in seiner Freizeit austoben, wird es Stress abbauen und spielend einen Ausgleich finden. Und die Bewegung hilft, die Rückenbeschwerden zu lindern.