Ursachen von Rückenschmerzen bei Kindern

Bereits Kinder können unter Rückenschmerzen leiden. Häufig verbirgt sich dahinter nur eine zu schwache Muskulatur. Wenig Bewegung und Übergewicht können mögliche Erklärungen dafür sein. Eine kurzfristige Belastung reicht dann, um die Beschwerden auszulösen. Beheben lassen sich die Probleme meist durch Bewegung. Halten die Rückenschmerzen bei Kindern jedoch über längere Zeit an, sollte ein Orthopäde aufgesucht werden.

Kind mit Tablet leidet wegen Bewenungsmangel unter Rückenschmerzen

Wenn Kinder zu wenig Bewegung bekommen, sind manchmal Rückenschmerzen die Folge!

15% der Kinder berichten von Rückenschmerzen

Etwa 60 Prozent der Kinder zwischen 11 und 14 Jahren leiden an Rückenschmerzen. Dies ergab eine Umfrage der DAK unter 100 Kinderärzten. Selbst im Grundschulalter berichten schon mehr als 15 Prozent der Kinder von Rückenschmerzen.

Das liegt nach Meinung von Experten vor allem daran, dass Kinder heutzutage viel sitzen und sich wenig bewegen. Liefen noch unsere Eltern und Großeltern als Kinder auch längere Strecken zu Fuß, wird der Nachwuchs heute meist mit dem Auto gefahren. Auch in der Schule heißt es den halben Tag „still sitzen“. Kaum zuhause angekommen, wird dann oft erstmal „gechillt“: Spielten Kinder früher noch viel draußen oder waren sie mit dem Fahrrad unterwegs, so haben sich in der heutigen Zeit die Interessen gewandelt.

Computer, Spielekonsolen und Smartphones nehmen einen wichtigen Platz in der Freizeitbeschäftigung ein.

Die Folgen sind Bewegungsmangel und manchmal auch Übergewicht, was aufgrund unzureichend trainierter Rückenmuskulatur zu Rückenschmerzen führen kann.

Kommt zur nur schwach ausgeprägten Rückenmuskulatur eine zu schwere Schultasche hinzu, die oftmals sogar nur über einer Schulter getragen wird, entstehen häufig Rückenschmerzen. Ohne Gegensteuern können sich daraus sogar Haltungsschäden entwickeln, obwohl es zahlreiche Möglichkeiten gibt, Rückenschmerzen zu behandeln. Vor allem der gezielte Aufbau einer starken Rückenmuskulatur sollte dabei im Fokus stehen.

Kurzfristige Beschwerden

In vielen Fällen können hinter Rückenschmerzen bei Kindern leichte Verletzungen vom Toben oder vom Sport stecken.

Wenn nur die Muskeln betroffen sind, zum Beispiel bei einer Prellung nach einem Sturz beim Klettern oder Fahrradfahren, heilen diese Lädierungen meist nach kurzer Zeit von alleine wieder aus. Bei schweren Verletzungen oder unklaren Symptomen sollte jedoch immer ein Arzt aufgesucht werden, um die Beschwerden abzuklären.

Passende Möbel und Schultaschen sind besonders wichtig

Da Kinder heutzutage sehr viel sitzen, sollten Eltern auf einen geeigneten Schreibtisch und Stuhl für ihr Kind achten. Das Mobiliar muss auf die jeweilige Größe und die Bedürfnisse des Kindes angepasst werden können.

Auch unter den Schultaschen gibt es eine große Auswahl an rückengerechten Modellen, die man sich im Fachgeschäft auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes hin aussuchen und anpassen lassen kann. Wichtig ist dabei auch, auf eine Schultasche mit möglichst wenig Leergewicht zu achten, da noch genügend schwere Bücher in die Tasche gepackt werden müssen.

Rückenschmerzen bei Kindern durch seelische Belastungen

Psychische Belastungen können aufs Kreuz schlagen. Davon sind auch Kinder nicht ausgenommen. Laut vielen Medizinern ist besonders bei chronischen Rückenschmerzen bei Kindern davon auszugehen, dass seelische Belastungen eine große Rolle spielen. Dann, so der gegenwärtige Stand, hat es sich bewährt, gegen den Schmerz mit einer Kombination aus körperlicher und psychologischer Behandlung anzugehen.

Mangelerscheinungen oder Medikamente als Ursache für Rückenschmerzen

Sind es Muskelkrämpfe, die das Kind quälen, steckt in den meisten Fällen ein Mangelzustand dahinter. Häufig leidet das Kind unter einer Magnesiumunterversorgung. Magnesium ist jedoch essenziell für die Muskelfunktion. Es steckt in vielen Lebensmitteln, die auch Kindern schmecken: Bananen, Nüssen, Haferflocken, Kakaopulver, Zartbitterschokolade. Im akuten Fall eines Muskelkrampfes hilft es, den verkürzten Muskel zu dehnen.

Manchmal beeinträchtigen auch Antibiotika den Muskelstoffwechsel und führen zu vorübergehender Schwäche, zu Schmerzen oder Krämpfen. Dann sollte der Magnesiumspeicher ebenfalls wieder aufgefüllt werden.

Ernsthafte Erkrankungen

Klagen Kinder längere Zeit über Schmerz im Rücken, sollte das bei einem Arztbesuch abgeklärt werden, da es möglicherweise ein Hinweis auf eine Erkrankung sein kann. Diese Beschwerden können, wenn auch selten, durch Entzündungen, Veränderungen der Wirbelsäule oder Wachstumsstörungen entstehen.

Morbus Scheuermann

Hinter anhaltenden Rückenschmerzen bei Kindern kann auch Morbus Scheuermann stecken. Dabei handelt es sich um eine häufig auftretende Wirbelsäulenveränderung, die durch eine Wachstumsstörung an den Grund- und Deckplatten der Wirbelkörper ausgelöst wird. Letztere nehmen eine keilförmige Gestalt an und die Bandscheibe wird schmaler.

Die Folge ist eine sichtbare Veränderung der Wirbelsäulenkrümmung im Brust- oder Lendenwirbelsäulenbereich, die zu Schmerzen im Rücken führt.

Selten auftretende Ursachen

Bandscheibenerkrankungen kommen bei Kindern seltener vor als bei Erwachsenen. Meist sind sie die Folge eines Unfalls oder einer anderen, vorangegangenen Überlastung.

Eine Infektion an der Wirbelsäule, vor allem aufgrund von bakteriellen Erregern, tritt vor allem bei kleinen Kindern auf. Diese beginnen dann zu hinken oder verweigern gar das Laufen und sind leicht reizbar. Entzündungsbedingte Veränderungen finden sich meist erst im späten Jugendalter. Doch eine Magnetresonanztomographie (MRT) kann die Entzündung im Gewebe bereits zu einem frühen Zeitpunkt der Erkrankung sichtbar machen.

Rachitis entsteht durch Vitamin-D-Mangel. Das Vitamin gilt auch als „Knochenhärter“; fehlt es, kommt es bei Kindern zu Wachstumsstörungen und Skelettverformungen. Heute werden bereits bei Säuglingen und Kleinkindern Vorbeugungsmaßnahmen getroffen, um einen Vitamin D-Mangel erst gar nicht entstehen zu lassen (zum Beispiels speziell angereicherte Babynahrung). In einigen Fällen kann es trotzdem zu Vitamin-D Mangel kommen, zum Beispiel wenn eine Darmerkrankung die Nähstoffaufnahme stört.

Auch wenn die Nieren zu viel Phosphat ausscheiden (sogenannter Phosphat-Diabetes) können die Knochen leiden. Man nennt dies eine Vitamin-D-resistente Rachitis. Sie tritt bei Mädchen doppelt so häufig auf, ist aber in ihrem Verlauf bei Jungen oft schwerer.

Rückenschmerzen als Nebenwirkungen

Kinder, die zum Beispiel aufgrund von Asthma hoch dosierte Steroide nehmen müssen, können an Knochenschwund erkranken. Dieser macht sich unter Umständen durch einen Wirbelkörperbruch bemerkbar. Ebenso können auch bei anderen Medikamenten die Rückenschmerzen eine Nebenwirkung sein.

 

1http://www.ingo-froboese.de/blog/mehr-bewegung-in-den-alltag-bringen/