Rückenschmerzen durch stehende Berufe

Jeder zweite Beschäftigte in Deutschland muss oft oder immer bei der Arbeit stehen. Jeder Siebte der Beschäftigten wiederum fühlt sich durch die Arbeit im Stehen belastet.
Es ist gesetzlich festgelegt, dass für Mitarbeiter ausreichend Sitzgelegenheiten vorhanden sein müssen. Leider ändert dies nichts an dem Problem, dass die Mitarbeiter in gewissen Berufen ihre Arbeit fast ausschließlich im Stehen ausüben müssen. Musiker, Friseure, Krankenhauspersonal besonders im Operationssaal und viele mehr.

Menschen mit stehenden Berufen, wie z.B. Bäcker oder Friseure, haben oft Rückenschmerzen

Ständiges Stehen auf der Arbeit belastet den Rücken ebenso wie ständiges Sitzen. Abwechslung ist daher wichtig.

Stehen ist für den Körper Schwerstarbeit. Das Skelett, die Gelenke, die Sehnen und Muskeln werden extrem belastet. Wer steht, versteift automatisch seine Gelenke und balanciert seinen Körper ständig aus. Dadurch werden auf Dauer zahlreiche Muskelgruppen stark beansprucht und es kommt zu Verspannungen. Die Folge sind Muskel- und Rückenschmerzen. Aber nicht nur der Rücken leidet unter der stehenden Tätigkeit, auch das Herz-Kreislauf- und das Venensystem können geschädigt werden.

Um eine einseitige Belastung zu vermeiden ist ein abwechselndes Arbeiten im Stehen oder Sitzen optimal. Diese Mischarbeit ist in vielen Berufen jedoch in der Praxis nicht durchführbar. Regelmäßige Entlastungspausen im Sitzen entspannen die Muskulatur.

Stehhilfen für den Arbeitplatz entlasten wirksam die Rückenmuskulatur, die Bänder und besonders die Kniescheiben.

Hängende Schultern, Hohlkreuz, eingesunkener Brustkorb und ein sich nach vorn wölbender Bauch – wer so steht, bei dem sind gesundheitliche Schäden vorprogrammiert. Vermeiden Sie ein Zusammensacken des Körpers. Beim Stehen darf das Körpergewicht nicht auf den Fersen oder dem Becken ruhen.

Folgende Tipps helfen Ihnen, Ihren Berufsalltag „durchzustehen“

Der richtige „Standpunkt“:

  • Stehen Sie aufrecht, locker ohne dabei zu verspannen
  • Ihre Knie sollten die möglichst gleichmäßig belasten
  • Ihre Füße sollten etwa auf Schulterbreite stehen
  • Die Fußspitzen sollten leicht nach außen zeigen.
  • Schultern und Arme sind locker und entspannt.

Die richtigen Schuhe

  • Tragen Sie Schuhe, die Ihren Füßen Halt geben und bequem sind.
  • Der Absatz sollte nicht höher als 4 cm sein.
  • Der Absatz muss so breit sein, dass seitliches Umknicken nicht möglich ist.
  • Die Sohle soll gut beweglich sein, um den Fuß beim Abrollen nicht zu behindern.

Die richtigen Stehhilfen

  • Nutzen Sie nach Möglichkeit Stehhilfen, auf denen man halb sitzend, halb stehend arbeitet.
  • Auch ergonomische Bodenbeläge oder Steharbeitsmatten aus elastischen Materialien wirken entlastend.

Die richtigen Strümpfe

Neben der Rückenmuskulatur leidet besonders das Venensystem unter der stehenden Tätigkeit. Eine Folge können unter anderem Krampfadern sein.

  • Betätigen Sie regelmäßig Ihre Venenpumpe. Wippen Sie dazu auf dem Fußballen auf und ab.
  • Tragen Sie Kompressionsstrümpfe, das entlastet Ihre Venen erheblich.

Die richtige Entspannung

Nach einem langen Arbeitstag im Stehen zieht es die meisten nur noch auf die Couch und oft vor den Fernseher. Der Körper holt sich die Entspannung, nach der er sich sehnt.

  • Eine gewisse Ruhephase im Sitzen oder Liegen ist auch sinnvoll für die beanspruchte Muskulatur.
  • Sinnvoller als Sitzen und Stehen ist aber Laufen und Gehen!
  • Ein ausgiebiger Spaziergang, Schwimmen oder Radfahren stärkt Ihre Muskeln, damit Sie Ihre Arbeit besser „durchstehen“.
  • Entspannungsübungen wie beispielsweise die „Muskelentspannung nach Jacobsen“ helfen Ihnen, früher zu erkennen, wann Ihr Körper sich verspannt.