Behandlung von Rückenschmerzen bei älteren Menschen

Bei der Therapie von Rückenschmerzen wird versucht, Ursachen zu beseitigen und Symptome zu lindern. Im Allgemeinen ist ein häufiger Grund für Rückenbeschwerden ein Ungleichgewicht der Muskulatur, die dann schon bei kleinen Belastungen verkrampft und weh tut. Doch bei älteren Menschen treten die Schmerzen häufiger aufgrund von Verschleiß auf. Wie unterscheidet sich daher die Behandlung älterer Patienten mit Rückenschmerzen von der „normalen“ Behandlung? Und welchen Einfluss haben die Patienten selbst auf das Therapieergebnis?

Ältere Frau beim Sport gegen Rückenschmerzen
Auch im Alter ist Bewegung die beste Möglichkeit, um Rückenschmerzen zu bekämpfen.

Rückenschmerzen treten häufiger bei älteren Patienten auf

Bei älteren Menschen sind Abnutzungserscheinungen der Wirbelsäule ein häufiger Grund für Rückenschmerzen. Dadurch können bei ihnen Wirbel verrutschen oder sich verhaken. Dies führt zum Einklemmen von Nerven in diesem Bereich, was Schmerzen verursachen und Lähmungserscheinungen oder Empfindungsstörungen hervorrufen kann. Bei Knochenschwund (Osteoporose) kann es sogar zu einem Wirbelbruch kommen, was ebenfalls mit dem Quetschen von rückenmarksnahen Nerven verbunden sein kann und sehr schmerzhaft ist.

Manchmal entstehen auch knöcherne Veränderungen als Folge von abgenutzten Bandscheiben der Wirbel, es bilden sich so genannte Randzacken (Osteochondrose). Reiben diese aneinander, verspüren die Patienten ebenfalls Schmerzen. Die Beschwerden können in jedem Abschnitt der Wirbelsäule auftreten, auch in der Halswirbelsäule.

Dann kommt es unter anderem zu einem steifen Nacken oder zu Kopfschmerzen. Im späteren Verlauf einer Osteochondrose bemerken die Betroffenen meist, dass ihre Wirbelsäule steif geworden ist. Dies bedeutet, dass die Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkt sind und manche Aufgaben im Alltag nicht mehr oder nur noch schlecht bewältigt werden können.

Behandlung allgemein: individuelle Methoden

Um die richtige Behandlungsmethode zu wählen, ist es am besten, wenn ein Team von Fachleuten sich abstimmt. Dabei sein sollten Experten verschiedener Fachrichtungen wie Orthopäden, Neurologen, Radiologen, Anästhesisten, Physiotherapeuten und Psychologen.

Die auftretenden Schmerzen können durch Medikamente gezielt gelindert werden. Den meisten Patienten hilft eine individuelle Kombination aus Sport und Trainingstherapien, um auf Dauer wieder auf die Beinen zu kommen. Dabei lernen die Betroffenen, ihren Rücken durch gesundheitsbewusstes Verhalten im Alltag, gezielte Übungen und Bewegung zu unterstützen. Besonders bei chronischen Rckenschmerzen hat sich die sogenannte multimodale Therapie bewährt, die neben körperlichen auch psychische und soziale Faktoren berücksichtigt, da diese Schmerzen begünstigen oder aufrechterhalten können.

Die Mehrzahl der Rückenschmerz-Patienten kann konservativ behandelt werden. Erst ganz am Ende steht die Möglichkeit einer Operation.
Bei Frauen können Kreuzschmerzen auch aufgrund der hormonellen Umstellung durch die Wechseljahre auftreten oder als Begleiterscheinung von PMS (prämenstruelles Syndrom).

Ältere erhalten meist nur eine Schmerztherapie

Oftmals verordnen Ärzte ihren über 70-jährigen Patienten am seltensten Krankengymnastik oder Bewegung. Auch eine Überweisung zum Spezialisten erfolgt bei ihnen weniger häufig. Dies fanden Forscher in einer Befragung von 15.000 Menschen aller Altersgruppen heraus. Die Wissenschaftler nahmen an, dass durch die wenig optimale Behandlung der Anteil der Patienten mit sehr einschränkenden Rückenschmerzen im Alter ansteigt.

Dabei ist Bewegung ein wichtiger Faktor, wenn nicht sogar der wichtigste, bei der Therapie von Rückenschmerzen. Vor allem in chronischen Fällen hilft eine Mischung aus schmerzlindernden, physiotherapeutischen und psychologischen Ansätzen nachweislich am besten.

Zusätzliche Unterstützung ohne Nebenwirkungen

Es gibt weitere Möglichkeiten, dem Rückenschmerz entgegenzuwirken. So ist es zum Beispiel sinnvoll, darauf zu achten, dass der körpereigene Heilungsprozess optimal ablaufen kann. Kreuzschmerzen haben sehr häufig mit geschädigten Nerven im Rückenbereich zu tun. Für den Wiederaufbau der geschädigten Strukturen benötigt der Körper eine Reihe von Mikronährstoffen.