Alltagstipps für ältere Menschen mit Rückenschmerzen

Bei Senioren sind Knochen und Gelenke aufgrund von Verschleißerscheinungen oft nicht mehr so belastbar wie in jüngeren Jahren. Je nach Art und Dauer der (Fehl-)Belastung können Rücken- und Gelenkschmerzen entstehen, zum Beispiel bei langem Stehen oder Sitzen oder bei ruckartigen (Dreh-)Bewegungen.

Alltagstipps gegen Rückenschmerzen bei älteren Menschen: Frau bewegt sich an der Natur
Bewegung an der frischen Luft tut gut und stärkt nebenbei die Rückenmuskulatur.

Was die Schulter belastet

Die höchsten Belastungen für die Schulter entstehen erstaunlicherweise beim einhändigen Lenken eines Autos, zudem maßen Wissenschaftler hohe Werte beim Hinstellen eines 1,5 Kilo schweren Gegenstandes auf einen Tisch sowie beim Hochheben eines 2 Kilo-Gewichtes auf ein hohes Regal. Beim Vorwärtsbeugen mit einem 2 Kilo-Gewicht entstand bereits ein Druck, der höher war als das Zweifache des eigenen Körpergewichts.

Was die Wirbelsäule belastet

Auch das (knieschonende) Beugen des Rumpfes beim Treppensteigen stellt eine hohe Belastung der hinteren Wirbelsäule dar. Außerdem konnten Wissenschaftler nachweisen, dass Sitzen für den menschlichen Körper eine stärkere, vertikale Belastung ist als Stehen.

Worauf Betroffene achten sollten: Tipps

Die Regeln der Rückenschule gelten auch im Alter. Wer schon einige wenige Tipps berücksichtigt, kann seinen Rücken entlasten. Je stärker die Beschwerden sind, umso mehr Vorsorge sollte der Betroffene betreiben.

Schonendes Bücken und Heben gelingt, wenn man in die Hocke geht und mit möglichst aufrechtem Oberkörper das Gewicht aus den Beinen heraus anhebt. Besonders bei bestehendem Knochenschwund (Osteoporose) sollte diese Haltung schon beim normalen Bücken nach einem kleinen Gegenstand sowie beim Schuhe anziehen beachtet werden, denn der Belastungsdruck wird gleichmäßig auf den Rücken verteilt und konzentriert sich nicht nur auf einzelne Bereiche.

Die Gefahr einer Überbelastung wird geringer, Rückenschmerzen entstehen daher erst gar nicht. Ältere Menschen sollten auch lernen, wie sie ihre Arme einsetzen können, um den oft bestehenden Rundrücken zu entlasten. Wenn Sie beim Sitzen beispielsweise den Oberkörper mit den Armen abstützen, reduziert dies die Last auf die Wirbelsäule um 13 Prozent.

Beim Aufstehen von einem Stuhl sollte man sich mit den Händen an den Armlehnen abstützen, um die Belastung zu minimieren. Ist dies nicht möglich, sollte man beim Aufstehen mit den Händen auf den Oberschenkeln nachhelfen. Auch im Bad gilt es, einiges zu beachten: Zähne putzen und Gesicht waschen sollte besser auf einem Stuhl sitzend erfolgen als beim gebeugten Stehen über einem Becken.

Patienten, die besondere Hilfe benötigen

Am besten erlernen Patienten mit starken Rückenbeschwerden alltägliche Bewegungen neu unter der Anleitung eines Physiotherapeuten.
Bei bettlägerigen Patienten ist im Zuge der Pflege besondere Vorsicht geboten.

Beim Heben des Beckens im Liegen (beispielsweise beim Unterschieben einer Bettpfanne) sollte dieses nur so weit angehoben werden wie gerade so nötig. Noch besser ist es, das Becken mit einem Trapezgestänge zu unterstützen. Dasselbe gilt für das Schieben des Körpers in Richtung Kopfteil des Bettes:

Die aufzuwendende Kraft wird durch eine Tragehilfe um die Hälfte reduziert. Ein Gehwagen kann die Last auf die Wirbelsäule beim Laufen meist besser reduzieren als Krücken.

Insbesondere nach einer Wirbelsäulenoperation ist die Anweisung des Krankengymnasten wichtig. Er kann beispielsweise zeigen, wie man beim Wechseln der Körperposition die Belastung auf die Wirbel um 60 Prozent reduziert.