Chiropraktik und Osteopathie

Zur manuellen Therapie gehören unter anderem die Osteopathie und die Chiropraktik. Die Chiropraktik behandelt in erster Linie das Nervensystem über die Justierung von Wirbeln und Gelenken.

Die Chiropraktik

Die Chiropraktik ist eine Behandlungsmethode mit langer Tradition, deren Ursprünge fast zweitausend Jahre zurückweisen. Bereits die alten Bader führten diese Technik durch. Die Bezeichnung leitet sich vom lateinischen „mit der Hand getan“ ab.

Dieses Verfahren wird von ausgebildeten Chiropraktikern oder Ärzten mit der Zusatzbezeichnung „Chirotherapie“ angewendet. Es ist geeignet für akute, unkomplizierte Rückenschmerzen, die häufig durch Blockaden entstehen.
Schmerz macht Angst, Angst macht Muskelverkrampfung und die wiederum begünstigt den Schmerz. Muskelverspannungen und Nervenblockaden können zu Rückenschmerzen führen. Nicht selten kommt es zu einer Chronifizierung.

Dies bedeutet: Obwohl die Verspannung beseitig ist, leiten Nervenenden Reize ins Gehirn. Mit Hilfe der manuellen Therapie kann der Therapeut Verspannungen und Blockaden identifizieren und diese durch spezielle Griff- und Dehntechniken gezielt lockern. Laienhaft werden einige Verfahren auch als „Einrenken“ bezeichnet.

Eine Patientin, die gerade eine chiropraktisch behandlt wird.
Bei Osteopathie und Chiropraktik werden Wirbel und Gelenke justiert.

Ein verlängerter Wirbel kann die seitlich entspringenden Nerven räumlich einengen. Die Folgen eines Wirbelfehlstands können neben der Verspannung der umliegenden Muskulatur auch Rückenschmerzen sowie ausstrahlende Beschwerden sein. Bei einer sachgerecht durchgeführten manuellen Therapie ist die Angst vor einer Überdehnung von Sehnen, Bändern oder der Muskulatur unbegründet. Die moderne Chiropraktik wendet sanfte Grifftechniken an.

Vor der eigentlichen Therapie wird die Muskulatur durch Wärme oder Massagen gelockert. Die Chiropraktik kann bei einer Reihe schmerzhafter Blockaden im Rückenbereich helfen. Hexenschuss, Ischias und Schmerzen im Bereich der unteren Wirbelsäule lassen sich gut mit der Chiropraktik behandeln. Gegebenenfalls setzt der Therapeut auch schwache Stromimpulse ein, um die Muskulatur zu lockern.

Die Osteopathie

Die Osteopathie therapiert zuallererst Muskeln und Bänder.

Im Gegensatz zur Chiropraktik wird die Osteopathie nur von Ärzten angewendet, meist von Orthopäden.

Ziel einer osteopathischen Behandlung ist es, die verlorengegangene Beweglichkeit im gesamten Körper wiederherzustellen.

Durch sanfte, schmerzfreie Griffe werden Störungen im Zusammenspiel von Gelenken, Bindegewebe, Muskeln und Organen korrigiert. Nervenreizungen werden gestoppt, zuvor beeinträchtigte Gefäße gewinnen ihre volle Leistungsfähigkeit zurück. Die Versorgung von Organen mit Nähr- und Abwehrstoffen wird verbessert, Schadstoffe werden besser abtransportiert.

Chiropraktik und Osteopathie ergänzen sich und gehen ineinander über, sie sind ganzheitliche Heilverfahren, die nicht nur bei Muskel- und Rückenschmerzen, sondern auch bei Migräne, Menstruationsstörungen, Schwindel und anderen Erkrankungen angewendet werden können.