Der Ischias & Ischiasbeschwerden

Der Ischiasnerv tritt im unteren Teil der Wirbelsäule aus dem Rückenmark heraus. Nicht nur Verspannungen und Blockierungen können zu dem typischen stechenden bis dumpfen Schmerz und Ischiasbeschwerden führen: Am häufigsten wird der Ischiasschmerz durch verrutsche Bandscheiben ausgelöst. Dann kommt es zu Schmerzen im unteren Rücken, die bis ins Bein ausstrahlen können.

Der Ischiasnerv (medizinisch: Nervus ischiadicus) tritt in Höhe des vierten Lendenwirbels und des zweiten Kreuzbeinwirbels aus der Wirbelsäule heraus und reicht bis hinunter zu den Füßen. Er ist der längste Nerv des menschlichen Körpers und zieht in einem Geflecht über das Gesäß und die Hüfte an jedem Bein hinunter.

Frau mit Beschwerden am Ischias.
Beim Ischiasnerv handelt es sich um den längsten Nerv des menschlichen Körpers.

Wie kommt es zu den Ischiasbeschwerden?

Wird der Ischiasnerv gereizt oder geschädigt, kommt es zu den typischen Beschwerden: Rückenschmerzen im unteren Rücken und Schmerzen im Bein. Teilweise leiden die Betroffenen auch an Empfindungsstörungen oder Lähmungserscheinungen in den Beinen.

Ein häufiger Grund für die Schädigung des Ischiasnervs ist ein Bandscheibenvorfall. Die Bandscheiben liegen zwischen den Wirbeln und bestehen aus einem gelartigen Inneren, das die Wirbelkörper davor schützt, bei Stoßbelastung aufeinander zu reiben. Tagsüber verlieren die Bandscheiben durch den Druck der Wirbelsäule Flüssigkeit. Nachts regenerieren sie sich und nehmen wie ein Schwamm Flüssigkeit und Nährstoffe aus dem umliegenden Gewebe auf. Dieser Stofffluss kommt auch in Gang, wenn wir uns bewegen.

Je älter wir werden, desto mehr nimmt der Flüssigkeitsgehalt der Bandscheiben ab, der sie umschließende Faserring wird spröde und kann dadurch einreißen. Zudem spielt unsere Lebensführung eine wichtige Rolle:

Überwiegendes Sitzen und Stehen lässt die sensiblen Stoßdämpfer schneller abnutzen. Dann reicht manchmal eine falsche Bewegung, also eine kurze Überlastung, und die Bandscheibe wölbt sich vor. Manchmal platzt auch der Faserring auf und das gelartige Innere tritt aus der Bandscheibe heraus.

Die Folge: Ein Nerv wird eingeklemmt. Es kann zu Ischiasbeschwerden kommen. Der Ischiasnerv ist betroffen, wenn der Bandscheibenvorfall zwischen den untersten beiden Lendenwirbeln oder zwischen dem fünften Lendenwirbel und dem darunter liegenden Kreuzbeinwirbel stattfindet.

So können Sie Ischiasbeschwerden vorbeugen

Ischiasbeschwerden kann man gezielt vorbeugen, indem man sich ausreichend bewegt und auch im Alltag für abwechslungsreiche Haltung sorgt:

Nicht den ganzen Tag sitzen, immer mal die Position wechseln, zwischendurch aufstehen und Übungen machen (zum Beispiel Wechsel zwischen Katzenbuckel und Hohlkreuz, bewusstes aufrechtes Hinsetzen, sodass der Rücken komplett gerade ist) oder sich einfach bewegen. Zudem ist es hilfreich, sich rückenschonendes Heben anzueignen:

Will man beispielsweise einen Wasserkasten anheben, sollte man zunächst in die Knie gehen, dann den Kasten nah an sich heranbringen und das Gewicht über die Knie hochstemmen. So wird der Rücken weniger belastet und Ischasbeschwerden vorgebeugt