Diagnose einer Ischialgie

Bei der Ischialgie, auch Ischias-Syndrom genannt, wird der Ischiasnerv durch zu viel Druck gereizt und reagiert mit Schmerzen. Der Ursprung des Ischiasnervs liegt im Rückenmark und zieht von dort in beide Beine hinunter bis zu den Füßen.

Am Anfang des Diagnoseprozesses wird der Arzt zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten über dessen Beschwerden führen und eine neurologische Untersuchung durchführen; darauf folgen bildgebende Verfahren. Gibt es keine anderen Hinweise, ist ein Bandscheibenvorfall als Ursache am wahrscheinlichsten.

Eine Ischialgie ist keine Seltenheit. Im Laufe des Lebens leiden zwischen 13 und 40 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal daran. Zeigen sich die typischen, ziehenden Schmerzen im Bein, kann dies verschiedene Ursachen haben. Ein Arzt kann feststellen, ob der Auslöser bei den Bandscheiben oder etwas anderem liegt. Je nach Verdacht wird er eine der folgenden Untersuchungen durchführen:

Arzt untersucht Frau mit der Diagnose einer Ischialgie

Um eine Ischialgie zu diagnostizieren, muss der Arzt eine neurologische Untersuchung durchführen.

Neurologische Untersuchung zur Diagnose bei Problemen mit dem Ischias

Die Standarddiagnostik bei Schmerzen mit Ischias-Beteiligung ist eine ausführliche neurologische Untersuchung. Anhand der Art der Beschwerden kann der Arzt erkennen, welche Nervenwurzeln betroffen sind. Geprüft werden Reflexe, Kraft und Sensibilität der Extremitäten sowie das Gangbild des Patienten, das oft noch deutlicher anzeigt, ob möglicherweise Lähmungen bestehen.
Diese Untersuchungen reichen in vielen Fällen aus, um den Verdacht auf eine Ischialgie zu erhärten.

In einigen Fällen verschwinden die Beschwerden aufgrund der hohen Selbstheilungskräfte der Nerven nach einigen Wochen wieder, sodass keine weiteren Untersuchungen nötig sind. Bleiben die Beschwerden jedoch bestehen, beginnt der Arzt mit bildgebenden Untersuchungen.

Bildgebende Untersuchungsverfahren bei Ischialgie

  • Ein Röntgenbild der Hals- oder Lendenwirbelsäule gibt Aufschluss über Auffälligkeiten der Knochenstruktur. Allerdings können die Röntgenstrahlen den Körper belasten.
  • Weitere Details liefert die Kernspintomographie (auch Magnetresonanztomographie = MRT):
    Bei dieser Methode werden Schichtbilder vom Körperinneren des Patienten angefertigt. Die Untersuchung dauert etwa 15 bis 30 Minuten und ist für den Patienten schmerzfrei. Auch entfällt hier die Belastung des Körpers mit schädlicher Strahlung.
    Die aufgenommenen Schichtbilder (horizontal, vertikal und diagonal zur Körperachse) können anschließend von einem Facharzt beurteilt werden. Aufgrund der MRT-Bilder kann in den meisten Fällen eine detaillierte Diagnose über das Vorliegen einer Ischialgie abgegeben werden.
    Auch seltenere Ursachen für eine Ischialgie, wie ein Tumor oder entzündliche Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule, lassen sich so verlässlich ausschließen.
  • In manchen Fällen greift der Arzt auch auf die Computertomographie (CT) zurück:
    Die Computertomographie stellt eine Weiterentwicklung der Röntgentechnik dar, bei der die Röntgenröhre den Körper des Patienten umkreist. Genau wie beim MRT werden dabei Schichtaufnahmen des Körpers angefertigt, die deutlich präziser sind als normale Röntgenaufnahmen. Allerdings können, im Unterschied zum MRT, nur horizontale Schnitte aufgenommen werden. Ein CT eignet sich hervorragend für die Darstellung der knöchernen Strukturen im Körper und ist somit ein exzellentes Diagnosemittel bei Verdacht auf eine Ischialgie.