Behandlungsmethoden bei Ischiasbeschwerden

Ischialgie ist ein Sammelbegriff für Schmerzen, die durch den Ischiasnerv verursacht werden. Um die Symptome zu beheben, ist es wichtig, die Ursache zu kennen und zu behandeln.

Die Behandlung eines Ischiassyndroms richtet sich nach der Symptomatik. Die Therapie umfasst konservative Maßnahmen bis hin zur Operation. Typische Ischiasbeschwerden machen sich mit Schmerzen im unteren Rücken bemerkbar, die in die Beine ziehen.

Physiotherapie zur Behandlung von Ischiasbeschwerden
Physiotherapie kann eine Behandlung unterstützen.

Eine typische Ursache ist der Bandscheibenvorfall

Die Wurzel des Ischiasnervs tritt im unteren Teil der Wirbelsäule aus dem Rückenmark heraus. Von dort zieht der Nerv in einem dichten Geflecht über das Gesäß in jedes Bein bis in die Füße hinab. Erst diese Nerven ermöglichen uns die Wahrnehmung von Empfindungen im Bein und außerdem, bestimmte Beinmuskeln zu bewegen. Eine typische Ursache für Ischiasbeschwerden ist der Bandscheibenvorfall: Eine vorgewölbte Bandscheibe oder der klassische Bandscheibenvorfall, bei dem das gelartige Innere den umschließenden Faserring durchbricht, drückt den Ischiasnerv ab. Dies führt zu Schmerzen, Empfindungsstörungen oder Lähmungen.

Der Ischiasnerv besitzt eine hohe Regenrationsfähigkeit

In vielen Fällen kann sich der Nerv selbst wieder regenerieren, vor allem wenn beim Bandscheibenvorfall nur wenig der gelartigen Masse ausgetreten ist. Häufig sind die Selbstheilungskräfte so groß, dass sich die Beschwerden nach einigen Wochen von selbst wieder bessern.

Doch manchmal kehren die Schmerzen zurück

Bei fast einem Drittel der Patienten kehren die Schmerzen jedoch zurück. Dann besteht das Risiko, dass sie chronisch werden. Um einem Rückfall vorzubeugen, empfiehlt sich der Aufbau der Rücken- und Bauchmuskulatur, beispielsweise durch gezielte Krankengymnastik oder durch erlernte Übungen, die man zu Hause selbstständig regelmäßig durchführt.

Operation als Sofortmaßnahme

In manchen Fällen muss jedoch eine sofortige Operation erfolgen. Zum Beispiel, wenn Lähmungen auftreten, die Schmerzen anders nicht behandelbar sind oder eine Harn- oder Stuhl-Inkontinenz auftritt (Blasen-Mastdarmstörung). Bei der Operation wird der Ischiasnerv von dem Druck befreit, den der Bandscheibenvorfall auf ihn ausübt. Auch eine endoskopische Entfernung von Bandscheibenmaterial ist heutzutage möglich.

Seltenere Ursachen von Ischiasbeschwerden

Seltener sind andere Ursachen wie Tumore, Spinalkanalstenosen oder eine Lyme-Borreliose für die Ischiasbeschwerden verantwortlich.

Diese müssen kausal (medizinisch: ursächlich) behandelt werden. Deswegen ist es wichtig, bei länger anhaltenden Ischiasbeschwerden einen Arzt aufzusuchen.