BWS-Syndrom: Wenn die Brustwirbelsäule Schmerzen bereitet

Dumpf oder drückend – so empfinden viele Betroffene die Rückenschmerzen bei einem BWS-Syndrom (Brustwirbelsäulen-Syndrom). Die möglichen Ursachen der Beschwerden sind sehr unterschiedlich und reichen von Fehlhaltungen bis hin zu ernsten Erkrankungen. Mehr zum BWS-Syndrom lesen Sie hier!

Was ist das BWS-Syndrom?

Frau wird wegen eines BWS.Syndroms behandelt
Der Schmerz bei einem BWS-Syndrom sitzt meist zwischen den Schulterblättern.

Beim BWS-Syndrom handelt es sich um einen Überbegriff für verschiedene Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule (BWS). Im Vergleich zum HWS-Syndrom (Halswirbelsäulen-Syndrom) und LWS-Syndrom (Lendenwirbelsäulen-Syndrom) tritt ein BWS-Syndrom eher selten auf.

Die Brustwirbelsäule selbst besteht aus 12 Wirbelkörpern und bildet den mittleren Teil des Rückens. Sie schließt oben an der Halswirbelsäule an und mündet unten in die Lendenwirbelsäule. Das Besondere an der Brustwirbelsäule: Die einzelnen Wirbelkörper sind über kleine Gelenke mit den Rippen verbunden und bilden mit ihnen zusammen den Brustkorb.

Die Symptome des BWS-Syndroms

Das charakteristische Symptom beim BWS-Syndrom ist Rückenschmerz, der zwischen den beiden Schulterblättern liegt. Betroffene empfinden die Schmerzen meist als drückend oder dumpf. Typischerweise verstärkt sich der Schmerz bei Bewegung sowie bei Druck oder Klopfen von außen. Oft sind anliegende Muskeln ebenfalls verspannt und schmerzen.

Da die Rippen und die Brustwirbel über Gelenke verbunden sind, können die Schmerzen auch auf die Rippen ausstrahlen. Der Schmerz wird dann häufig als gürtelförmig beschrieben. Atembewegungen können ebenfalls Schmerzen verursachen. Hinzu kommt, dass die Beweglichkeit der Brustwirbelsäule beim BWS-Syndrom eingeschränkt ist.

Was verursacht ein BWS-Syndrom?

Belasten Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule den Alltag, können dafür sehr unterschiedliche Ursachen verantwortlich sein. Infrage kommen unter anderem:

  • Verschleißerscheinungen (degenerative Veränderungen), wie Schäden an den Bandscheiben
  • Erkrankungen des Skeletts, zum Beispiel Osteoporose
  • Verletzungen, unter anderem ein Schleudertrauma
  • Bewegungsmangel, der Verspannungen der Muskulatur hervorruft
  • Fehlhaltungen, vor allem der sogenannte Rundrücken (nach vorn geneigte Körperhaltung)
  • körperliche Überlastung, beispielsweise bei Berufsgruppen, die viel heben müssen
  • Wirbelblockaden im Bereich der BWS

Beschwerden aufgrund eines Bandscheibenvorfalls sind beim BWS-Syndrom eher selten. Deutlich häufiger ist die moderne Lebensführung schuld an den Rückenschmerzen. Bewegungsmangel – bei einem langen Tag im Büro keine Seltenheit – kann unangenehme Muskelverspannungen hervorrufen. Hinzu kommt für gewöhnlich noch eine ungesunde Körperhaltung: Viele Menschen neigen dazu, am Schreibtisch einen sogenannten Rundrücken zu machen. Bei nach vorne geneigter Haltung ist dabei der obere Rücken rund geformt.

Doch auch das gegenteilige Szenario ist möglich: Berufe, die mit häufigem Heben schwerer Lasten einhergehen, beanspruchen die Brustwirbelsäule. Dies kann Verletzungen sowie Verschleiß und somit ein BWS-Syndrom begünstigen.

Die Diagnose beim Arzt: Den Ursachen auf der Spur

Im Idealfall kann der behandelnde Arzt die genauen Ursachen des BWS-Syndroms bestimmen. Zur Verfügung stehen ihm dafür verschiedene diagnostische Verfahren. Zu Beginn erfolgt für gewöhnlich ein Arzt-Patienten-Gespräch, in dem die Krankengeschichte sowie die Lebensumstände des Patienten zur Sprache kommen. Anschließend nimmt der Arzt die körperliche Untersuchung vor. Hierbei achtet er meistens auf sichtbare Fehl- oder Schonhaltungen und tastet den betroffenen Bereich ab.

Um bestimmte Erkrankungen als Ursache für das BWS-Syndrom auszuschließen, können im Zweifelsfall weitere Untersuchungen folgen. Mithilfe eines Blutbildes besteht die Möglichkeit, Entzündungsvorgänge im Körper festzustellen, ebenso würden sich Anzeichen für eine Tumorerkrankung finden. Zur weiteren Abklärung können Ärzte auf Röntgenaufnahmen, eine Computertomografie sowie ein EKG (Elektrokardiogramm) zurückgreifen. Letzteres dient dazu, einen Herzinfarkt als Ursache der Beschwerden auszuschließen. Das ist sinnvoll, da sowohl ein Herzinfarkt als auch ein BWS-Syndrom Schmerzen im Brustraum verursachen und daher Verwechslungsgefahr besteht.

BWS-Syndrom: Möglichkeiten der Behandlung

Bei akuten Schmerzen hilft kurzfristig die Gabe von Schmerzmitteln, die eingenommen oder auch direkt als Spritze verabreicht werden können. Ergänzend empfinden viele Betroffene Massagen und Wärmeanwendungen als wohltuend. Sie fördern die Durchblutung und tragen so dazu bei, verkrampfte Muskeln zu lockern.

Eine weitere Möglichkeit der Behandlung besteht in einer Physiotherapie beziehungsweise Krankengymnastik. Auf Grundlage verschiedener Übungen wird die Rückenmuskulatur gedehnt und gestärkt. Dies dient nicht nur dazu, ein akutes BWS-Syndrom zu beheben, sondern kann gleichzeitig weiteren Beschwerden vorbeugen.

Stellt der Arzt im Zuge der Untersuchung eine Erkrankung als Ursache fest, wie beispielsweise Rheuma, steht die Behandlung dieser Erkrankung im Vordergrund.

BWS-Syndrom behandeln und vorbeugen: Das können Sie selbst tun

Wer unter Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule leidet, kann – in Absprache mit dem behandelnden Arzt – zum Teil selbst zur Linderung seiner Beschwerden beitragen. Da ein BWS-Syndrom häufig von Bewegungsmangel und einer schwachen Rückenmuskulatur sowie Haltungsproblemen hervorgerufen wird, gilt es, diese Faktoren zu beheben. Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist, im Alltag auf ausreichend Bewegung zu achten. Geeigneter Sport gegen Rückenschmerzen ist beispielsweise Walken oder anderer Ausdauersport.

Auch wer im Büro arbeitet und viel sitzt, sollte regelmäßige Bewegungspausen machen. Lesen Sie hier weitere Rücken-Tipps fürs Büro!

Um die Körperhaltung zu verbessern und die Rückenmuskulatur zu stärken, ist in manchen Fällen auch der Besuch einer Rückenschule sinnvoll. In entsprechenden Kursen lernen die Teilnehmer, bewusst auf eine aufrechte Haltung zu achten. Übungen zur Stärkung des Rückens und zur Lockerung der Muskulatur können in der Regel auch in einer Rückenschule erlernt werden.