Diagnose eines Bandscheibenvorfalls

Eine Diagnose für einen Bandscheibenvorfall kann z. B. durch eine Kernspintomographie festgestellt werden.

Ein Bandscheibenvorfall wird oft durch bildgebende Verfahren diagnostiziert.

Befragung des Patienten: Anamnese

Bei akut eingetretenen Rückenschmerzen wird der Arzt zunächst nach der Art und Stärke der Schmerzen fragen. Das Ausmaß des Schmerzes kann der Patient dabei auf einer Skala von 0 = kein Schmerz bis 10 = stärkster vorstellbarer Schmerz angeben. Auch von Behinderung bei Aktivitäten des täglichen Lebens sollte der Arzt erfahren. Teilweise wird diese mit Hilfe eines Fragebogens erfasst.
Im Anamnesegespräch versucht der Arzt auch, die aktuelle Arbeitssituation des Patienten auszuleuchten. Die Wahrscheinlichkeit für einen Bandscheibenvorfall ist bei Tätigkeiten, die mit dem Tragen und Heben schwerer Lasten, Arbeiten in ungünstigen Körperpositionen oder unter Vibration verbunden sind, stark erhöht.

Zusätzlich zu der gründlichen Anamnese findet eine körperliche Untersuchung statt.

Hinweise auf eine ernsthafte Erkrankung

Bei der gesamten Diagnostik achtet der Arzt auf sogenannte red flags (englisch für rote Flaggen). Dies sind Warnhinweise auf eine ernste Erkrankung und erfordern die Untersuchung des Patienten durch einen Facharzt.

Als rote Flagge wird gewertet, wenn

  • der Patient jünger als 20 oder älter als 55 Jahre ist
  • der Patient Steroide oder Drogen konsumiert
  • der Patient HIV-positiv ist
  • der Patient sich nicht mehr nach vorne beugen kann
  • der Schmerz nach einem Unfall aufgetreten ist
  • der Patient benommen oder kraftlos ist
  • der Patient stark an Gewicht verloren hat
  • Lähmungen auftreten
  • abnorme Veränderungen an der Wirbelsäule zu sehen sind

Liegen keine roten Flaggen vor und gibt es keine Hinweise auf Nervenschäden (wie zum Beispiel ins Bein ausstrahlende Schmerzen) genügt die Basisdiagnostik.

Labordiagnostik

Routinemäßige Laboruntersuchungen bei akuten Rückenschmerzen zum Ausschluss entzündlicher oder neoplastischer Ursachen werden nicht empfohlen. Nur bei Verdacht werden Blut- oder Urinproben untersucht. Diese lassen Rückschlüsse über den Zustand der Organe und der Wirbelsäule zu und können beispielsweise Hinweise auf Entzündungen oder Tumore liefern.

Bildgebende Verfahren

  • Ein Röntgenbild der Hals- oder Lendenwirbelsäule gibt Aufschluss über die Knochenstruktur. Allerdings können die Röntgenstrahlen den Körper belasten.
  • Mehr Details liefert die Kernspintomographie (auch: Magnetresonanztomographie = MRT):
    Dafür wird der Patient in ein röhrenförmiges Tomographiegerät geschoben. Die Ärzte erhalten Schichtbilder des Körperinneren, die durch ein starkes Magnetfeld entstehen. Für den Betroffenen dauert die Untersuchung etwa 15 bis 30 Minuten, sein Körper wird dabei – im Gegensatz zur Röntgenuntersuchung – keiner schädlichen Strahlung ausgesetzt.Mit der Magnetresonanztomographie lassen sich horizontale, vertikale oder diagonale Ansichten des Körperinneren erzeugen. So kann der Arzt einzelne Gewebestrukturen sehr präzise beurteilen. Die Untersuchung liefert Informationen über Größe, Ausdehnung und Form eines Bandscheibenvorfalls sowie über die betroffenen Nerven. Ein Bandscheibenvorfall, Verschleiß von Wirbeln oder ein verengter Wirbelkanal können mit hoher Genauigkeit diagnostiziert werden.
  • Gelegentlich wird auch eine Computertomographie (CT) durchgeführt:
    Dabei handelt es sich um ein weiterentwickeltes Röntgenverfahren, bei dem die Röntgenröhre um den Körper des Patienten kreist. Dadurch wird das Körperinnere schichtweise dargestellt. Die Aufnahmen sind präziser als beim herkömmlichen Röntgenverfahren. Mediziner erhalten so detailliertere Informationen über knöcherne Veränderungen. Allerdings liefert das CT nur horizontale Schnittbilder des Körpers.