Behandlungsmethoden eines Bandscheibenvorfalles

Ist ein Bandscheibenvorfall der Grund für den Rückenschmerz eines Patienten, spricht man von spezifischen Rückenschmerzen. Von unspezifischen Rückenschmerzen spricht man im Gegensatz dazu, wenn sich keine ausreichende körperliche Erklärung für den Schmerz findet.

Der Bandscheibenvorfall einer Frau wird mit einer Schmerztherapie behandelt.

Nicht immer ist eine Operation bei einem Bandscheibenvorfall nötig. Oft können alternative Methoden helfen.

Infolge eines Bandscheibenvorfalls kann es zu einer Schädigung von Nervenwurzeln  kommen, die mit starken Schmerzen einhergehen. Je eher der Druck auf den Nerv nachlässt, umso schneller kann er sich wieder erholen. Daher wird bei der Therapie einerseits die Ursache behandelt, andererseits wird aber auch eine frühzeitige Schmerztherapie eingeleitet, um die Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses (ein Verselbständigen und damit chronisch Werden des Schmerzes) zu vermeiden.

Bandscheibenvorfall: Ausprägungsort ist variabel

Die Wirbelsäule ist unterteilt in sieben Halswirbel, zwölf Brustwirbel und fünf Lendenwirbel. Das letzte Glied der Wirbelsäule, das Kreuzbein, besteht aus fünf miteinander verwachsenen Wirbeln. Weitere drei bis fünf miteinander verwachsene Wirbel bilden das Steißbein. Weitere Besonderheiten einzelner Wirbel sind: Der oberste Halswirbel (auch Atlas genannt) hat keinen Wirbelkörper, der zweite Halswirbel besitzt einen Zahnfortsatz; beide sind flexibel verbunden und ermöglichen daher die Drehung des Halses.

Mit Ausnahme der ersten beiden Halswirbel und der verschmolzenen Wirbel, die Kreuz- und Steißbein bilden, liegen zwischen allen Wirbelkörpern Bandscheiben.

Bandscheibenvorfall: Begriffserklärung

Zwischen den Wirbeln treten je zwei Spinalnerven (einer links und einer rechts) aus der Wirbelsäule heraus und ziehen in den Körper. Diese Nerven kommen aus dem Rückenmark, das im Inneren der Wirbelsäule liegt. Der Platz in diesem Bereich ist gerade ausreichend für die Nerven und bietet keinen weiteren Platz. Tritt jedoch das Innere einer Bandscheibe heraus und quillt in diesen Raum, wird es zu eng. Die Nerven werden gequetscht und senden ein Warnsignal: Der Betroffene hat Schmerzen in diesem Bereich. Je nachdem auf welcher Höhe ein Bandscheibenvorfall einen Nerv eingeklemmt hat, kommt es zu typischen Ausfallerscheinungen.

Um den Ort zu beschreiben, an dem der Bandscheibenvorfall vorliegt, nennt man den darüber und den darunter liegenden Wirbelkörper.

Die Wirbel werden von oben nach unten durchnummeriert (siehe Abbildung), manchmal auch mit römischen Ziffern. Die Halswirbel werden mit C abgekürzt (für cervical (cervix, lateinisch = Hals)), die Brustwirbel mit Th für thorakal (Thorax, medizinisch = Brustraum), die Lendenwirbel mit L wie lumbal (abgeleitet von Regio lumbalis, lateinisch für Lendenbereich)).
Die Wirbel heißen also (von oben nach unten): C1 bis C7, Th1 bis Th12, L1 bis L5.

Alternativ verwenden Ärzte auch die Abkürzung HWK für Halswirbelkörper, BWK für Brustwirbelkörper und LWK für Lendenwirbelkörper. Hier wird ebenfalls von oben nach unten durchnummeriert. Mit HWK 4 ist also beispielsweise der 4. Halswirbelkörper gemeint, mit BWK 1 der erste Brustwirbelkörper und mit LWK 4 der 4. Lendenwirbelkörper.

C4/5 heißt, dass die Bandscheibe zwischen dem vierten und fünften Halswirbel Probleme macht. HWK 4/5 wäre eine alternative Beschreibung.

Je nachdem, auf welcher Höhe der Wirbelsäule eine Bandscheibe beziehungsweise deren Inneres einen Nerv einklemmt, zeigen sich die Symptome. Ausfälle von motorischen Nerven führen zu Bewegungseinschränkungen bis hin zu Lähmungen. Sind sensorische Nervenbahnen betroffen, kommt es zu Missempfindungen wie Kribbeln, einem Gefühl von Pelzigkeit oder als ob Ameisen über die Haut liefen.

 

Kleiner Bandscheibenvorfall

Spinalnerven treten zwischen den Wirbelkörpern aus dem Rückenmark und ziehen in verschiedene Körperbereiche. Je nachdem, welcher Spinalnerv geschädigt ist, bleiben Regionen nervlich unversorgt.

Spinalnerven treten zwischen den Wirbelkörpern aus dem Rückenmark und ziehen in verschiedene Körperbereiche. Je nachdem, welcher Spinalnerv geschädigt ist, bleiben Regionen nervlich unversorgt.

 

Handelt es sich um einen kleinen Bandscheibenvorfall, tritt nur wenig Bandscheiben-Inneres aus. Diese Masse kann vom Körper problemlos abgebaut werden. Diese Art von Bandscheibenvorfall heilt von selbst und auch die Nerven erholen sich meist selbstständig.

Schwerer Bandscheibenvorfall

Hinweise auf einen schweren Bandscheibenvorfall geben Ausfälle der Motorik, der Balance oder der Reflexe. Besonders Harn- oder Stuhlinkontinenz (die Unfähigkeit, die Ausscheidungen bewusst zurückzuhalten) ist ein Warnsignal dafür, dass durch die vorgefallene Bandscheibe ein Nerv abgedrückt wurde, der nun seine Funktion nicht mehr erfüllen kann.

Erhärtet sich der Verdacht durch weitere Untersuchungen, erfolgt über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Wochen eine konservative Therapie. Dazu gehört das Spritzen von Medikamenten direkt an die Nervenwurzel. Diese Medikamente enthalten schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkstoffe (medizinisch: periradikuläre Therapie).

Die Alternative zur konservativen Therapie ist eine Operation. Allerdings sollte diese nur dann erfolgen, wenn andere Behandlungsmaßnahmen keine Verbesserung erreicht haben.