Die Wirbelsäule – der Stabilisator des Menschen

Die Wirbelsäule verläuft vom Nacken über den gesamten Rücken bis hin zum Gesäß. Das verleiht dem Rumpf nicht nur seine charakteristische Form: Die Wirbelsäule ermöglicht außerdem den aufrechten Gang und schützt das Rückenmark. Erkrankungen oder Schädigungen der Wirbelsäule haben deshalb meist weitreichende Folgen für den ganzen Körper.

Ärzte mit einem Röntgenbild der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule stabilisiert unseren Körper und gibt den inneren Organen halt.

Die Aufgaben der Wirbelsäule

Ohne die Wirbelsäule könnte der Mensch kaum überleben. Eine gerade Haltung oder gar der aufrechte Gang? Unmöglich. Doch nicht nur das. Die Wirbelsäule beeinflusst keineswegs nur das äußere Erscheinungsbild; sie bietet den inneren Organen Halt und stabilisiert den Körper so weit, dass eine uneingeschränkte Atmung über die beiden Lungenflügel möglich ist.

Die beiden wichtigsten Aufgaben der Wirbelsäule sind:

  • der Schutz des Rückenmarks
    Das Rückenmark verläuft innerhalb der Wirbelsäule im sogenannten Wirbelkanal. Dadurch ist es vor Stößen und anderen äußeren Einflüssen abgeschirmt. Die Wirbelsäule fungiert dabei aber nicht als starres Schutzschild: Ihr ausgeklügeltes Prinzip ermöglicht gleichzeitig ein dynamisches Abfedern schädlicher Einflüsse.
  • die Stabilität und Beweglichkeit des Körpers
    Weil es sich bei der Wirbelsäule nicht um einen einzigen Knochen handelt, sondern um eine Aneinanderreihung mehrerer Wirbel, muss der Körper nicht steif in seiner aufrechten Haltung verharren. Die Vielzahl von Gelenkflächen zwischen den einzelnen Knochen lässt eine große Bewegungsfreiheit zu – allerdings nur so weit, wie auch der Schutz des Rückenmarks gewährleistet werden kann.

Wie unerlässlich die Wirbelsäule im täglichen Leben ist, ist uns oft gar nicht bewusst. Erst bei einem genaueren Blick auf ihre Funktionen offenbart sich ihre volle Bedeutung.

Der Aufbau der Wirbelsäule

Direkt von vorne oder hinten betrachtet, wirkt die Wirbelsäule fast schnurgerade. Tatsächlich verläuft sie aber leicht geschwungen, in der sogenannten doppelten S-Form. Die 34 Wirbel und die dazwischenliegenden Bandscheiben werden dazu von Bändern und der Rückenmuskulatur miteinander verbunden und in ihrer vorgesehenen Form gehalten. So wirkt die Wirbelsäule wie eine Art Feder – starkem Druck von außen kann sie zeitweise nachgeben und anschließend wieder ihre ursprüngliche Form annehmen.

Unterteilen lässt sich der Aufbau der Wirbelsäule in fünf wichtige Bereiche:

  • die Halswirbelsäule aus sieben Wirbeln
  • die Brustwirbelsäule aus zwölf Wirbeln
  • die Lendenwirbelsäule aus fünf Wirbeln
  • das Kreuzbein aus fünf miteinander verwachsenen Wirbeln
  • das Steißbein aus vier bis fünf miteinander verwachsenen Wirbeln
Abhängig von den Anforderungen im jeweiligen Abschnitt unterscheiden sich die einzelnen Wirbel teils deutlich in ihrer Form und Größe. So sind zum Beispiel die Lendenwirbel – die der stärksten Belastung ausgesetzt sind – auch die größten Bausteine im Aufbau der Wirbelsäule. Grundsätzlich teilen sich aber alle Wirbel dieselben Merkmale:

  • Wirbelkörper
  • Wirbelbogen
  • mehrere Fortsätze, wie zum Beispiel den Dornfortsatz als Ansatzstelle für Bänder und Muskeln

Die 31 Spinalnerven zweigen im Verlauf der Wirbelsäule vom Rückenmark ab und bahnen sich ihren Weg in den Körper. Befehle für Bewegungen und Informationen über Sinneseindrücke werden im Rückenmark koordiniert und verarbeitet.

Schmerzen an der Wirbelsäule

Es verwundert kaum, dass ein so komplexes Gebilde wie die Wirbelsäule ab und zu mit krankhaften und schmerzhaften Veränderungen zu kämpfen hat. Eine starke Verkrümmung der Wirbelsäule (Skoliose) nach links oder rechts, ausgerenkte Wirbel oder Bandscheibenvorfälle nehmen dann nicht nur die knöchernen Strukturen, sondern gerade auch die umliegenden Nerven oder das Rückenmark in Anspruch. Bemerkbar macht sich das beim Betroffenen in der Regel durch starke Schmerzen an der Wirbelsäule und/oder Lähmungserscheinungen an entsprechenden Bereichen des Körpers.