Schmerztherapie bei Nervenschädigungen

Sobald eine Nervenschädigung diagnostiziert wurde, sollte mit der Behandlung begonnen werden. Erstes Ziel dabei ist in vielen Fällen die Verringerung der Schmerzen, unter denen die Patienten leiden. Parallel dazu oder geringfügig zeitlich versetzt kann damit begonnen werden, die Ursachen der Nervenschädigungen zu behandeln.

Fachärzte, die eine Ausbildung zum Schmerzspezialisten absolviert haben, sind wichtige Ansprechpartner, wenn es um die Behandlung von Patienten mit Nervenschädigungen geht. Die Schmerzen können durch eingeklemmte oder gequetschte Nerven entstehen, die beispielsweise Folge eines Bandscheibenvorfalls oder einer mechanischen Nervenverletzung sind. Der Schmerzspezialist wird eine passgenau auf den Patienten und seine Beschwerden sowie deren Ursachen abgestimmte Schmerztherapie einleiten, mit der die Schmerzen des Patienten möglichst schnell reduziert werden sollen. Dies ist vor allen Dingen auch vor dem Hintergrund wichtig, dass meist erst dann mit anderen Behandlungsmöglichkeiten begonnen werden kann, wenn die Schmerzen nachgelassen haben.

Tabletten als Bestandteil der Schmerztherapie
Teil einer Schmerztherapie ist die medikamentöse Behandlung.

Medikamentöse Schmerztherapie

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein mehrstufiges Verordnungssystem für die Schmerztherapie entwickelt.

Stufe 1 Schmerztherapie der WHO
Die erste Stufe bilden nicht-opioidhaltige Schmerzmittel, sogenannte Analgetika. Beispiele hierfür sind:

  • Acetylsalicylsäure (= Wirkstoff in Aspirin)
  • Diclofenac
  • Ibuprofen
  • Paracetamol
  • Naproxen

Stufe 2 Schmerztherapie der WHO
Schwach wirksame Opioide bilden Stufe zwei der Skala. Dies sind beispielsweise Tilidin oder Codein.

Stufe 3 Schmerztherapie der WHO
Stufe drei wird durch starke Opioide dargestellt. Zu dieser Schmerzmittelklasse gehören Oxycodon, Morphin und Fentanyl (oftmals in Form von Schmerzpflastern verabreicht).

Weitere schmerzstillende Medikamente

Antiepileptika mit Wirkstoffen wie Carbamazepin oder trizyklische Antidepressiva (unter anderem mit den Wirkstoff Amitriptylin) können ebenfalls für die Schmerztherapie eingesetzt werden.
Liegt bei dem Patienten eine Entzündung als Ursache für die Nervenschädigung vor, können außerdem auch cortisonhaltige Präparate zur Therapie eingesetzt werden. Oftmals werden diese auch in Kombination mit dem ausgewählten Schmerzmittel verabreicht.
Capsaicin, ein natürlich in rotem Pfeffer vorkommender Wirkstoff, und Lidocain werden vor allem zur äußeren Anwendung in Form von Schmerzgels eingesetzt (topische Schmerztherapie).

Schmerzstillende Medikamente müssen nicht immer gespritzt werden
Es gibt unterschiedliche Darreichungsformen schmerzstillender Medikamente. Die häufigsten sind:

  • Tabletten/Kapseln/Dragées
  • Spritzen
  • Schmerzgels
  • Wirkstoffpflaster

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